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Ameisenhotels

 

Wenn ein Geschöpf einem anderen hilft und für dieses ein ihm zuträgliches Milieu gestaltet, das seine Bedürfnisse befriedigt, so kann sicher nicht behauptet werden, dass solch eine Beziehung durch Zufall entstand. Eine gegenseitige Abstimmung von Organismen aufeinander, die kein Bewusstsein haben, und Verhaltensweisen durch die sie sich gegenseitig Nutzen zukommen lassen, ist Beweis einer willkürlichen Schöpfung dieser Lebewesen. Organismen, die zusammenleben wurden von einem einzigen Schöpfer, d.h. Gott mit solchen Charakteristiken geschaffen, durch die sie sich gegenseitig nutzen. Wir können bestimmte Pflanzen und Ameisen als typische Beispiele dieser Art von sich gegenseitig nützlichen Paaren von Lebewesen aufführen.


In den Himmeln und auf der Erde gibt es fürwahr Beweise für die Gläubigen. In der Erschaffung von euch
und in den Tieren, die Er verbreitet hat, finden sich
Beweise für Leute, die ihres
Glaubens gewiss sind.
(Sure 45:3-4. – al-Dschathiya)

In einigen Pflanzen befinden sich tiefe Aushöhlungen, die in biologischer Fachsprache als "Domatia" bezeichnet werden. Die einzige Funktion dieser Hohlräume ist es, als Obdach für Ameisenkolonien zu dienen. In diesen Pflanzen gibt es Öffnungen oder dünne "Gewebefenster", die es den Ameisen erleichtern in die Pflanzen einzutreten und aus ihnen herauszukommen. Innerhalb dieser Höhlungen sind Nahrungskörper vorhanden, welche die Pflanze hervorbringt, die jedoch keine andere bekannte Funktion ausüben, als die Ameisen zu füttern. Sie scheinen keinen tatsächlichen direkten Nutzen für die Pflanze zu haben.1 Kurz gefasst, Domatia sind sehr spezielle Strukturen, die dazu geschaffen wurden, dass die Ameisen darin leben können. Die Ausgeglichenheit von Wärme und Feuchtigkeit schaffen ideale Lebensbedingungen für die Ameisen. Diese Orte, die durch rege Emsigkeit gekennzeichnet sind, wurden für die Ameisen zubereitet, und diese machen es sich dort ebenso gemütlich, wie Menschen, die in Luxushotels verweilen.

Als weiteres Beispiel können Philidris, eine Ameisenspezies und ihre Wirtpflanze Dischidia major aufgeführt werden, welche ihr ganzes Leben lang eine kollektive chemische Produktion unterhalten. Die besagte Pflanze hat keine, in den Erdboden eindringende Wurzeln und verschafft sich Unterstützung, indem sie sich um andere Pflanzen schlingt. Die Pflanze hat eine sehr interessante Methode, um ihren Erwerb an Kohlenstoff und Stickstoff zu steigern. Innerhalb dieser Pflanzen gibt es eine, für die Ameisen vorgesehene Region, die "Ameisenblatt" genannt wird. Dort brüten sie ihre Jungen aus und speichern organische Überreste (tote Ameisen, Bruchstücke anderer Insekten, usw.). Die Pflanze nutzt diesen Abfall als Stickstoffquelle aus. Außerdem absorbiert die innere Oberfläche des Ameisenblatts das von den Ameisen abgegebene Kohlendioxyd und vermindert dabei Austrocknen durch die Poren.(2) Verhinderung von Wasserverlust ist sehr wichtig für diese Ameisenpflanzen, die im tropischen Klima wachsen, da sie keine Wurzeln haben, womit sie das Wasser im Boden erreichen könnten. Somit erfüllen die Ameisen zwei bedeutende Bedürfnisse der Pflanze, wofür diese ihnen Obdach gewährt.

Man kann nicht behaupten, dass die Strukturen, die in diesen beiden Beispielen ersichtlich wurden, durch Zufall zustande gekommen sein könnten. Die Pflanzen könnten nicht durch Zufall eine, den Ameisen zuträgliche Nahrung erzeugt, und eine, ihrer Gestalt angemessene Form angenommen haben. Das Zusammenwirken zwischen den Pflanzen und den Ameisen ist nur ein weiteres Beweisstück des wunderbaren Gleichgewichts, das Gott, der alleinige Schöpfer auf der Erde unterhält.

Suleyman Yusuf

Quelle:
1- Bert Hölldobler-Edward O.Wilson, The Ants, Harvard University Press, 1990, S. 534-535.
2- Geo Magazine, October 1995, S. 186.


 
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