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Die Venusfliegenfalle







Der Fallenmechanismus der Pflanze wird durch einige sich auf der inneren Fläche der Blütenblätter befindlichen Haare ausgelöst.

Es gibt Pflanzen, die mit erstaunlichen Methoden "jagen". Eine davon ist die Venusfliegenfalle, die Insekten fängt und sich von ihnen ernährt.

Das Jagdsystem dieser Pflanze funktioniert so: Eine Fliege sucht Pflanzen nach Nahrung ab und trifft plötzlich auf eine äußerst attraktive Blume. Was die Venusfliegenfalle, deren Form an Hände erinnert, die eine Schüssel halten, so reizvoll macht, sind ihre lockende rote Farbe und noch wichtiger, der süße Duft, der durch die Blumenblätter umgebende Drüsen abgesondert wird. Die Fliege wird durch diesen unwiderstehlichen Duft angezogen. Sie setzt sich ohne zu zögern auf die Blume. Dabei berührt sie zwangsläufig die scheinbar harmlosen Haare, die sich auf der Blume befinden. Nun klappt die Pflanze ihre Blütenblätter zu, und die Fliege wird zwischen den festen Blättern eingeklemmt. Jetzt beginnt die Venusfliegenfalle eine "Verdauungsflüssigkeit" abzusondern. Damit wandelt sie das Insekt in kurzer Zeit in eine gallertartige Masse um. Nun verzehrt die Pflanze das Insekt vollständig, indem sie es aufsaugt.

Die Geschwindigkeit der Pflanze beim Fangen der Fliege ist bemerkenswert. Die Pflanze ist dabei viel schneller als die maximale Schnelligkeit der Hände eines Menschen. Wenn man versucht, eine auf der Handfläche sitzende Fliege durch Schließen der Hand zu fangen, wird man in aller Regel nicht schnell genug sein, die Pflanze dagegen hat Erfolg. Wie kann sich eine Pflanze, die keine Muskeln oder Knochen hat, so schnell und geschickt bewegen?

Forschungen haben gezeigt, dass in der Venusfliegenfalle ein elektrisches System arbeitet. Das System funktioniert folgendermaßen: Die Landung der Fliege auf den Härchen der Pflanze lässt einen mechanischen Impuls entstehen der unter den Haaren befindlichen Rezeptoren übermittelt wird. Wenn dieser Stoß stark genug ist, senden die Rezeptoren elektrische Signale entlang des Blattes. Diese Signale werden zu den Bewegungszellen, die die Blätter blitzschnell zuklappen können, getragen; der Mechanismus, der die Fliege schluckt, ist aktiviert.

Außer dem Warnsystem der Pflanze besitzt auch das mechanische System, durch das sich die Blätter schließen, hervorragende Eigenschaften der Schöpfung. Sobald die Zellen, die sich an der Innenseite der Pflanze befinden die elektrischen Signale empfangen, ändern sie sofort ihre Wasserkonzentration. Sie geben Wasser frei und ziehen sich zusammen. Dieser Vorgang ähnelt dem Ablassen der Luft aus einem Ballon. Währenddessen nehmen die Zellen außerhalb der Falle blitzschnell Wasser auf und schwellen an. Dadurch Klappt die Falle zu, ähnlich wie ein Mensch seinen Arm bewegt, wobei sich der Bizeps zusammenzieht während der Trizeps sich entspannt. Das nun innerhalb der Pflanze eingesperrte Insekt berührt die Haare immer wieder weil es andauernd zappelt. So entstehen immer wieder elektrische Signale und folglich pressen sich die Blätter noch fester zusammen. Unterdessen werden auch die Verdauungsdrüsen der Falle angeregt. Als Folge der Reize töten diese Drüsen mit ihren Absonderungen das Insekt und lösen es langsam auf. So ernährt sich die Pflanze vermittels ihrer Verdauungsflüssigkeit, die das Insekt in eine proteinreiche Suppe umgewandelt hat. Nach Ende der Verdauung funktioniert der Mechanismus, der für das Schließen der Falle sorgte, in umgekehrter Weise und öffnet die Blütenblätter wieder.

Das System besitzt noch eine weitere Eigenschaft: Um die Falle aktivieren zu können, müssen die Haare unbedingt zweimal nacheinander berührt werden. Die erste Berührung erzeugt die elektrische Ladung, aber die Falle schließt sich noch nicht. Die Falle wird erst bei einer zweiten Berührung geschlossen, nachdem die elektrische Ladung eine bestimmte Stärke erreicht hat und sich entlädt. Wegen dieses "Doppelauslösers" wird die Fliegenfalle niemals umsonst geschlossen. Zum Beispiel aktiviert sie sich nicht, wenn ein Regentropfen darauf fällt.


Die Fliege bewegt die Haare und die Reaktion beginnt.
Die elektrischen Reizungen, welche durch chemische Reaktionen entstehen, breiten sich entlang des Blattes aus.
Und die Blume fängt die Fliege!

Denken wir nach über dieses beeindruckende Jagdsystem. Damit die Pflanze ihre Beute fangen und verdauen kann, muss das gesamte System vollständig vorhanden sein. Fehlte auch nur ein einziges Teil, würde die Pflanze absterben. Wenn es zum Beispiel die Härchen innerhalb des Blütenblattes nicht gäbe, würde die Reaktion nicht beginnen und die Falle sich nicht schließen, obgleich das Insekt sich innerhalb der Pflanze befindet. Wenn die Pflanze ein vollkommenes Fangsystem besäße, aber keine Verdauungsabsonderungen hätte, auch dann würde das System unbrauchbar sein. Kurz gesagt, wenn das System fehlerhaft ist, bedeutet es für die Pflanze den Tod.

Die Pflanze muss alle Eigenschaften, die wir erwähnt haben, bereits bei ihrer Erschaffung besessen haben. Sicherlich hat sich eine Pflanze nicht durch eine plötzliche Veränderung in einen Jäger verwandelt. Zweifellos ist es auch nicht "die magische Kraft des Zufalls", die sie zu einem so geschickten Jäger macht.

Der wichtigste Punkt dabei ist, dass dieser tüchtige Jäger keine Denkfähigkeit besitzt. Wenn dieses Lebewesen statt einer Pflanze ein Tier wäre, würden die Evolutionisten wohl behaupten, dass das Tier sich selbst mit Hilfe der Natur so entwickelt habe.

Doch dieses System gehört einem Lebewesen, welches über kein Gehirn verfügt; folglich ist es sicher, dass es kein Bewusstsein hat. Die Pflanze merkt gar nicht, dass sie jagt. Sie ist mit einem System erschaffen worden, durch das sie sich wie alle anderen Pflanzen mühelos ernähren kann.

Die Haare des Sonnentaus

Die Blätter dieser Pflanze sind über und über mit langen roten Härchen besetzt. Die Spitzen dieser Härchen sind mit einer Flüssigkeit bedeckt, die einen für Insekten anlockenden Geruch absondert. Eine weitere Eigenschaft dieser Flüssigkeit ist, dass sie klebrig ist. Ein Insekt, das sich der Quelle des Geruchs nähert, bleibt an diesen klebrigen Haaren hängen. Je mehr das Insekt versucht sich zu retten, desto schneller verbiegen sich die Haare und umfassen es noch kräftiger. Das Insekt, das sich nicht mehr bewegen kann, wird in einer proteinzersetzenden Absonderung verdaut. Das Bewegungssystem dieser Pflanze ähnelt dem der Venusfliegenfalle. Die Haare an ihrer Spitze und ihrem Stiel schwingen und die in den Wurzeln dieser Haare entstehenden elektrischen Reizungen starten die Reaktion.

Suleyman Yusuf


 
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