Triebe, die keine Hindernisse dulden
Ein Trieb, der aus
dem Boden sprießt, mag sich nicht immer in einer geeigneten
Umgebung wieder finden. Er kann sich zum Beispiel im Schatten
eines Felsen oder einer großen Pflanze befinden. Wenn er in
einer solchen Situation weiter wächst, wird es schwierig für ihn
werden, seine Photosynthese durchzuführen, da er kein direktes
Sonnenlicht erhalten kann. Wenn ein Trieb sich in einer solchen
Situation vorfindet, wenn er sprießt, ändert er seine
Wachstumsrichtung zum Sonnenlicht hin. Dieser Prozess, der als Phototropismus bekannt ist, zeigt,
dass Triebe ein
lichtempfindliches Orientierungssystem haben. Wenn wir sie mit
Tieren und Menschen vergleichen, haben Pflanzen hinsichtlich der
Lichtwahrnehmung eine vorteilhaftere Position, da Menschen zum
Beispiel Licht nur mit ihren Augen wahrnehmen können. Pflanzen
dagegen haben mindestens drei unterschiedliche Lichtrezeptoren.
Aus diesem Grund verwechseln sie nie die Richtung. Dank ihren
fehlerlosen Orientierungssystemen, die auf Licht und Schwerkraft
basieren, finden sie leicht ihren Weg.
Neben den
lichtempfindlichen Systemen der Pflanzen gibt es auch
festgelegte Zonen für die Zellteilung. Diese Zonen, die
Meristeme genannt werden, befinden sich am Ende der wachsenden
Wurzeln und Stängel. Wenn die Zellen in den Wachstumszonen
während der Keimung immer in der gleichen Weise wachsen, führt
dies dazu, dass der Stängel gerade wächst. Jede Pflanze nimmt
gemäß der Wachstumsrichtung der Pflanzenzellen im Meristem der
Wurzeln und Triebe Gestalt an. Wenn das Wachstum dieser Zellen
auf einer Seite ausgeprägter ist, als auf der anderen, dann wird
der Stängel der Pflanze in einem Winkel wachsen. Wenn die
Bedingungen passend sind, beginnt das Pflanzenwachstum in allen
Zonen zur gleichen Zeit. Die sprießende Pflanze richtet ihren
Stängel direkt zum Licht, das sie so dringend benötigt. Auf der
anderen Seite wachsen die Wurzeln, die das notwendige Wasser und
die Mineralien für die Pflanze aus dem Boden aufnehmen werden,
dank ihres empfindlichen Schwerkraftrichtungssystems ebenfalls
in angemessener Weise. Auf den ersten Blick kann man vielleicht
annehmen, dass Wurzeln sich zufällig unter der Erden verbreiten.
Wohingegen aber schreiten die Wurzelerweiterungen Dank dieses
sensiblen Systems, eingestellt auf ihre Ziele, in kontrollierter
Weise wie Raketen voran. Das Wachstum, das durch diese
Mechanismen kontrolliert wird, ist von Pflanze zu Pflanze
unterschiedlich, denn das Wachstum jeder Pflanze findet in
Übereinstimmung mit ihrer eigenen genetischen Information statt.
Aus diesem Grund sind die maximalen Wachstumsraten für jede
Pflanze unterschiedlich. Zum Beispiel erreicht die Lupine
ihre maximale Wachstumsrate in einem Alter von etwa 10 Tagen,
Maiskolben in 6 Wochen und die Buche nach einem
Vierteljahrhundert .(1)
Die Keimung ist die
erste Stufe in einem winzigen Körper, der zu einer mehrere
Metern langen und tonnenschweren Pflanze wird. Während die
Wurzeln von langsam wachsenden Pflanzen sich nach unten richten
und die Zweige nach oben, entstehen die Systeme in ihrem Inneren
(Nahrungstransportsysteme, Fortpflanzungssysteme, Hormone, die
das Aufwärts- und Abwärtswachstum der Pflanzen kontrollieren und
stoppen) alle gleichzeitig und es gibt keine Verzögerung oder
Unvollkommenheit bei der Entstehung dieser Systeme. Dies ist
äußerst wichtig. Während einerseits die
Fortpflanzungsmechanismen der Pflanze entstehen, entwickeln sich
andererseits die Transportkanäle für Wasser und Nahrung. Sonst
hätten Rinden- oder Holzkanäle keine Bedeutung für die Pflanze,
deren Fortpflanzungsmechanismen sich noch nicht entwickelt
haben.
Es ergäbe keinen
Sinn, dass Wurzeln auftauchen. Da eine solche Pflanze keine
nachfolgenden Generationen entwickeln könnte, würden die
unterstützenden Mechanismen keinem Zweck dienen.
Wie wir gesehen haben, gibt es einen Plan für die harmonische
Erschaffung dieser gegenseitig voneinander abhängigen Systeme
der Pflanze, das bestimmt nicht durch Zufall entstanden ist.
Eine stufenweise Entwicklung, wie sie von den Evolutionisten
behauptet wird, steht völlig außer Frage.
Lassen Sie uns dies
durch ein simples Experiment nachweisen, dass jeder selbst
durchführen kann. Lassen Sie uns einen Samen nehmen und zusammen
mit ihm etwas, das aus einer Mischung von allen Molekülen, die
in dem Samen enthalten sind, besteht und die gleiche Größe und
das gleiche Gewicht hat und beides gleichzeitig unter der Erde
vergraben und einige Zeit warten. Sobald eine gewisse Zeit
verstrichen ist, die je nach Pflanzenart unterschiedlich ist,
werden wir sehen, dass der Samen, den wir gepflanzt haben, den
Boden geteilt hat und an die Oberfläche gekommen ist. Aber ganz
gleich wie lange wir warten, die andere Substanz wird niemals an
die Oberfläche kommen. Das Ergebnis wird das gleiche sein auch
wenn wir Hunderte oder Tausende von Jahren warten. Der Grund für
den Unterschied liegt offensichtlich im besonderen Design des
Samens. Die Pflanzengene sind mit den für diesen Prozess
notwendigen Informationen verschlüsselt. Alle Systeme in den
Pflanzen enthüllen die Existenz einer bewussten Auswahl. Alle
Einzelheiten zeigen, dass Pflanzen nicht durch zufällige
Vorgänge entstanden sein können, im Gegenteil, sie beweisen,
dass es eine bewusste Intervention beim Entstehen der Pflanzen
gab.
Natürlich ist dieses
perfekte Design Beweis für die Existenz eines Schöpfers, der
alles bis hin zum kleinsten Detail kennt und hervorbringt.
Gerade die erste Stufe im Leben einer Pflanze, das Sprießen des
Samens, offenbart uns deutlich die einzigartige Natur der
Schöpfung Gottes, des Inhabers von überlegener Kraft. Gott weist
uns im Quran auf diese Wahrheit hin:
Betrachtet ihr wohl,
was ihr da sät? Lasst ihr es wachsen oder lassen Wir es wachsen?
Wenn Wir wollten, könnten Wir es zerbröckeln lassen so, dass ihr
klagen würdet. (Sure 56:63-65 – al-Waqi’a)
Suleyman Yusuf
Quelle:
1. Guy Murchie, The Seven Mysteries of Life, USA,
Houhton Mifflin Company, Boston, 1978 p.57 |