Täuschungsmethoden der Pflanzen
Die
Pflanzen verfügen nicht über Nektar, mit dem sie Insekten
anziehen könnten. Diese Pflanzen werden befruchtet, indem sie
Gebrauch von ihren Gemeinsamkeiten mit Insekten machen. Eine
Orchideenart, die Spiegelorchidee, besitzt die Gestalt und die
Farbe einer weiblichen Biene, um männliche Bienen anzuziehen.
Sie ist sogar in der Lage, ein geeignetes chemisches Signal
abzugeben, um männliche Bienen anzuziehen und produziert ein
wirksames Pheromon (eine besondere Chemikalie).
Die zyprische
Bienenorchidee ist eine andere Pflanze, die Insekten nachahmt,
um ihre eigene Befruchtung sicherzustellen. Die Zahl der
Orchideen, die diese Technik anwenden, ist ziemlich groß und die
angewandten Methoden unterscheiden sich. Einige imitieren eine
weibliche Biene, indem sie ihren Kopf aufrichten, andere richten
ihren Kopf nach unten. Zum Beispiel verwendet die gelbe
Bienenorchidee die zweite Methode. Deshalb unterscheidet sich
ihre Art der Befruchtung.(1)
 Auf dem linken Bild sieht man die
zyprische Bienenorchidee, auf dem
rechten Bild die männliche Biene,
die versucht, die Orchidee zu
befruchten, da sie glaubt, dass es
sich um eine weibliche Biene
handelt. Die männliche Biene
versucht einige Zeit, die Orchidee
zu befruchten. Während dieser Zeit
kleben Pollen am Fortpflanzungsorgan
am Kopf der Biene fest. Wenn die
Biene die Orchidee verlässt, trägt
sie die Pollen zu anderen Orchideen.
Es besteht eine Harmonie zwischen
den Orchideen und Insekten, deren
Details sorgfältig geplant wurden.
Dies kann nicht durch Evolution
erklärt werden. Diese Harmonie zeigt
uns, dass Bienen und Orchideen
genauso wie alle anderen
Lebensformen in der Welt durch Gott
geschaffen wurden.
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Eine andere
Orchideenart, die weibliche Bienen nachahmt, ist die
Drachenorchidee. Die Lippen der Blüten der Drachenorchidee
ähneln den flügellosen weiblichen Wespen so sehr, dass nur
männliche Wespen an ihnen interessiert sind. Einigen
Mitgliedern der Orchideenfamilie gelingt es, Insekten
anzuziehen, obwohl sie keinen Nektar anbieten können. Sie
sichern die Landung von männlichen Wespen auf einer Stelle
im unteren Teil der Blüte, indem sie die weibliche Wespe
imitieren und einen reizvollen Duft abgeben. Die Wespe, die
auf der Blüte landet, versucht sich zu paaren und daraus
resultiert, dass die Pollen der Orchidee auf ihrem Körper
fixiert werden. Dank dieser Täuschung hinterlegt die Wespe
die Pollen, die an ihrem Körper kleben, auf einer anderen
Blüte, auf die sie mit dem gleichen Ziel landet.(2)
Eine andere Pflanze,
die die Eigenschaften weiblicher Tiere imitiert, ist die
Hammerorchidee. Die Fortpflanzungsmechanismen dieser Orchidee,
die im trockenen Weideland Südaustraliens wächst, ist
erstaunlich. Die Hammerorchidee hat nur ein Blatt in Form eines
Herzens und weist eine enorme Ähnlichkeit mit der weiblichen
Wespe auf. Während die männlichen Wespen fliegen können, haben
die weiblichen Wespen keine Flügel und leben auf dem Boden. Wenn
die Zeit für das Weibchen heranrückt, sich zu paaren, kommt sie
aus dem Untergrund hervor, so dass die Männchen sie finden
können und klettert an die Spitze eines großen Pflanzenstängels.
Sobald sie sich oben befindet, gibt sie ihren Paarungsduft ab
und wartet auf die Ankunft der Männchen.
Eine besondere
Eigenschaft der männlichen Wespe ist, dass sie die Orchidee zwei
Wochen bevor die weibliche Wespe hinaufklettert anfliegen. Dies
ist eine sehr interessante Situation, denn es befinden sich
keine weiblichen Wespen in der Nähe, nur Orchideen, die genau
wie weibliche Wespen aussehen und auf Befruchtung warten. Wenn
die männlichen Wespen zur Orchidee gelangen, riechen sie einen
Duft, der dem ähnlich ist, der von der weiblichen Wespe
abgegeben wird. Dieser wird von der Orchidee verströmt. Unter
dem Einfluss dieses Geruchs landet die männliche Wespe auf dem
Orchideenblatt. Dies löst das sich zum Frühjahr entwickelnde
„Ellenbogengelenk“ der Pflanze aus, was bewirkt, dass die Wespe
auf das Fortpflanzungsorgan der Pflanze fällt. Während die Wespe
versucht, von der Blüte zu entkommen, bleiben zwei
pollenbeladene Säckchen an der Hinterseite ihres Kopfes oder an
ihrem Rücken kleben. Mit diesen Pollen befruchtet die Wespe die
nächste Orchidee, zu der sie fliegt.(3) Wie wir gesehen haben,
besteht eine äußerst harmonische Beziehung zwischen der
Hammerorchidee und der Wespe. Diese Symbiose ist sehr wichtig
für die Fortpflanzung der Pflanze. Denn wenn keine erfolgreiche
Bestäubung stattfände, wenn die Pollen nicht von dem Insekt zu
einer anderen Pflanze der gleichen Art transportiert würden,
dann könnte keine Befruchtung stattfinden.
Es gibt viele
Beispiele solcher Harmonie in der Natur. Zum Beispiel ist es
sehr leicht für einige Insekten in manche Blüten einzudringen,
da die Stelle, an der sich die Pollen befinden, frei zugänglich
ist und Bienen und andere Insekten leicht in diese Regionen
eindringen und die Pollen erreichen können. Manche Pflanzen
haben einen Nektareingang der so klein ist, dass er nur von
bestimmten Tieren betreten werden kann. Zum Beispiel können sich Bienen durch diesen Spalt quetschen, um den Nektar in der
Blüte zu erreichen. Es ist für andere Lebewesen sehr schwierig
oder sogar unmöglich zu tun, was die Biene so leicht vollbringt.
Auf der anderen Seite sind Bienen und
andere Insekten unfähig, die Blüten mit
langen Korollarohren (Blütenblattrohren)
zu befruchten. Nur Insekten mit langer
Zunge, wie Schmetterlinge und Motten,
können diese Blüten befruchten.(4)
Wie wir anhand all
dieser Beispiele sehen, besteht eine absolut einwandfreie
Harmonie zwischen Insekten, deren Körperstrukturen völlig denen
von Pflanzen angepasst sind und den Pflanzen selbst.
Es ist unmöglich,
dass die Wechselseitigkeit in einer solchen „Schloss- und
Schlüsselbeziehung“ durch Zufall entstanden ist, wie die
Evolutionisten behaupten. Es widerspricht der Logik der
Evolutionstheorie, wie sie von den Evolutionisten
aufrechterhalten wird. Gemäß den Behauptungen der Evolutionisten
über die natürliche Selektion muss eine Lebensform, die nicht an
ihre Umwelt angepasst ist, entweder neue Mechanismen bilden oder
langsam verschwinden. In dieser Situation müssten die Pflanzen,
die aufgrund ihrer besonderen Blütenstruktur nicht durch
Insekten befruchtet werden, nach den Regeln der natürlichen
Selektion entweder verschwunden sein oder die Möglichkeit gehabt
haben, die Form ihrer Blüten zu ändern. In gleicher Weise
müssten Insekten, die nur diese Blumen aufgrund der
Beschaffenheit ihres Mundes befruchten können, entweder aus
Mangel an Nahrung verschwunden sein oder die Struktur ihrer
Organe, die sie nutzen, um Nahrung aufzunehmen, geändert haben.
Wenn wir uns aber
Pflanzen mit langen Korollakanälen oder andere Pflanzen ansehen,
stellen wir fest, dass sie keine Anpassung, keine Veränderung
oder andere zusätzliche Mechanismen entwickelt haben. Außerdem
kann keine Anpassung oder dergleichen bei Lebewesen wie
Schmetterlingen und Motten festgestellt werden.
Diese Blumen, die von
einer symbiotischen Beziehung mit den Bestäubern, die sie
befruchten, profitieren, haben seit langen Jahren bis zum
heutigen Tage existiert.
Was bislang erklärt
wurde, ist nur eine kurze Zusammenfassung der Methoden, die von
verschiedenen Pflanzenarten angewandt werden, um ihre Art zu
erhalten. Sie finden all diese Details in jedem Biologiebuch,
aber die gleichen Quellen sind nicht in der Lage, eine
zufriedenstellende Erklärung für die Gründe, warum Pflanzen
diesen Pollenzerstäubungsprozess verwenden, zu geben. Da in
jedem Prozess, der ausgeführt wird, Eigenschaften wie
Überlegung, logisches Denken, Entscheidungen treffen und
Kalkulation, die wir den Pflanzen nicht zuschreiben können,
auftreten, wissen wir, dass eine Pflanze kein Bewusstsein hat,
solche Aktivitäten durchzuführen. Stellen Sie sich das Szenario
vor, dem wir gegenüberstehen würden, wenn wir sagten, dass eine
Pflanze diese Prozesse aus freiem Willen ausführte:
Die Pflanze
„kalkuliert“, dass ihre aerodynamische Struktur geeignet für die
Pollenzerstäubung durch Wind ist und jede folgende Generation
benutzt die gleiche Methode. Andere „verstehen“, dass sie nicht
in der Lage sein werden, genügend Nutzen aus dem Wind zu ziehen
und verwenden aus diesem Grund Insekten, um ihre Pollen zu
transportieren. Sie „wissen“, dass sie Insekten anziehen müssen,
um sich vermehren zu können und versuchen zahlreiche Methoden,
um dies zu ermöglichen. Sie identifizieren genau, was Insekten
mögen. Nachdem sie herausgefunden haben, welcher Nektar und
welche Düfte für welche Insekten wirksam sind, produzieren sie
diese Düfte durch eine Vielzahl chemischer Prozesse und geben
sie ab, wenn sie die genaue Zeit hierfür ermittelt haben. Sie
identifizieren den Geschmack des Nektars, den Insekten mögen und
die Gesamtheit der darin enthaltenen Substanzen und produzieren
diese selbst. Wenn der Duft und der Nektar nicht ausreichend
sind, um die Insekten anzuziehen, entscheiden sie sich zu einer
anderen Methode, um der Situation gerecht zu werden, greifen sie
zu trügerischen Imitationen. Weiterhin „berechnen“ sie das
Volumen der Pollen, der die andere Pflanze der gleichen Art
erreichen wird und ebenfalls die Distanz, die sie zurücklegen
müssen und auf dieser Grundlage beginnen sie, sie in geeigneten
Mengen und zu passender Zeit zu produzieren. Sie „denken“ über
die Möglichkeiten nach, die die Pollen daran hindern könnten,
ihren Bestimmungsort zu erreichen und treffen Vorkehrungen
dagegen.
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Manche Blumen
öffnen sich nachts und werden von
nachtaktiven Geschöpfen befruchtet. Eines
der Geschöpfe ist die Fledermaus, die sich
vom Nektar in den Pflanzen ernährt. Die
weißen, grünlichen und violetten Blumen
haben solch einen starken Geruch, dass
Fledermäuse - die blind sind - sie leicht
finden können. Diese Blumen produzieren eine
große Menge Nektar. Wir sehen, dass es
zwischen beiden Geschöpfen eine perfekte
Harmonie gibt. Es gibt keinen Zweifel, dass
der Schöpfer dieser Harmonie Gott ist, der
Mitfühlende und Gnädige.(5)
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Die
Yuccapalme hat eine Rosette aus
speerscharfen Blättern, aus deren Zentrum
ein Mast aufsteigt, der cremefarbene Blüten
trägt. Die besondere Eigenschaft der
Yuccapalme ist, dass sich ihre Pollen in
einer gekrümmten Region befinden. Deshalb
kann nur der Nachtfalter mit einem speziell
gekrümmten Rüssel die Pollen aus den
männlichen Fortpflanzungsorganen der Pflanze
holen. Der Nachtfalter formt die Pollen zu
einem Ball und trägt sie zu einer anderen
Yuccapflanze. Zuerst krabbelt er zum Boden
der Pflanze und legt seine eigenen Eier ab.
Dann klettert er zurück zur Spitze der Narbe
und rammt den Pollenball in die Spitze. Die
Yuccas könnten niemals Samen absetzen, wenn
es keine Nachtfalter gäbe.(6)
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Natürlich könnte
solch ein Szenario niemals Wirklichkeit sein: Tatsächlich bricht
solch ein Szenario alle Regeln der Logik. Keine der oben
erwähnten Strategien könnte von einer gewöhnlichen Pflanze
ausgearbeitet werden, da eine Pflanze weder schlussfolgern, Zeit
berechnen, Größe und Gestalt bestimmen, Stärke und Richtung des
Windes kalkulieren kann, noch dazu in der Lage ist zu bestimmen,
welche Techniken sie für die Befruchtung benötigen wird, zu
überlegen, dass es ein Insekt anziehen muss, dass es nie gesehen
hat und weiterhin, zu entscheiden, welche Methoden sie benutzen
wird, um diese Dinge zu tun.
Ganz gleichgültig, um
wie viel sich die Details vervielfachen, aus welcher Richtung
das Thema betrachtet wird und welche Logik angewandt wird, die
Schlussfolgerung, dass es etwas außergewöhnliches in der
Beziehung von Pflanzen und Tieren gibt, wird sich nicht ändern.
Diese Lebewesen
wurden in Harmonie miteinander geschaffen. Das fehlerlose System
gemeinsamen Gewinnens zeigt uns, dass die Kraft, die sowohl
Blumen als auch Insekten geschaffen hat, beide Arten von
Lebewesen sehr gut kennt, sich ihrer Bedürfnisse bewusst ist und
sie geschaffen hat, damit sie sich gegenseitig ergänzen. Beide
Lebewesen sind das Werk des Herren aller Welten, Gott, der sie
sehr gut kennt und der in der Tat alles weiß. Es dient dazu, den
Menschen Gottes Größe, Seine überlegene Kraft und Seine
fehlerlose Schöpfung zu zeigen.
Eine Pflanze hat
weder Wissen über ihre eigene Existenz noch über die wunderbaren
Funktionen, die sie leistet, da sie sich unter der Kontrolle
Gottes befindet, der jede ihrer Eigenschaften geplant hat, der
alles im Universum geschaffen hat und der weiterhin in jedem
Moment erschafft. Diese Wahrheit wurde uns von Gott im Quran
mitgeteilt:
Und die Gräser und
die Bäume fallen anbetend nieder.
(Sure 55:6 – ar-Rahman)
Suleyman Yusuf
Quelle:
1. David Attenborough, The Private Life of Plants,
Princeton University Press, Princeton, New Jersey,
p.128 2. David Attenborough, The Private Life of Plants,
Princeton University Press, Princeton, New Jersey,
p.130 3. Malcolm Wilkins, Plantwatching, New York, Facts
on File Publications, 1988, p.143 4. The Guinness Encyclopedia of the Living World,
Guinness Publishing, 1992, p.42-43 5. Robert, R.Halpern, Green Planet Rescue, A.B.D,
The Zoological Society of Cincinnati Inc., p.26 6. David Attenborough, Life on Earth, Collins
British Broadcasting Corporation, 1985, p.84 |