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Erste Stufe zur Pflanze: Die Keimung

Samen, die kleinen, trockenen Holzstückchen ähneln, sind Träger von genetischen Codes, die Tausende von Informationen über die Pflanze in sich haben. All die Informationen über die Pflanze, die der Samen später hervorbringen wird, sind in seinem Innern verborgen. Vollständige Informationen über sie, von den kleinen Härchen an den Enden ihrer Wurzeln, den Röhrchen im Innern ihres Stängels, ihren Blüten und der Frucht, die sie tragen wird, bis zum winzigsten Detail, existieren im Innern des Samens.

Auch Vögel helfen den Teilen des Samens, die die Fortpflanzung ausführen, den Boden zu erreichen, indem sie die fleischigen Teile des Samens fressen.

Nach der Befruchtung ist die erste Stufe in der Entwicklung vom Samen zur Pflanze die Keimung. Der Samen, der unter der Erde wartet, wird nur keimen, wenn Faktoren wie Wärme, Feuchtigkeit und Licht zusammen kommen. Vorher ist er untätig. Wenn die Zeit kommt, wacht er auf und fängt an zu wachsen.

Es gibt eine Anzahl von Stufen im Keimungsprozess. Zuerst muss der Samen ins Wasser gelangen, so dass die Zellen in seinem Innern bewässert und zu Stoffwechselaktivitäten befähigt werden. Wenn die Stoffwechselaktivität anfängt, beginnen die Wurzel und die Triebe zu wachsen und in dieser Phase fangen die Zellen damit an, sich zu teilen. Damit bestimmte Funktionen durch besondere Gewebe entstehen können, müssen sich die Zellen unterscheiden. All diese Prozesse benötigen sehr viel Energie.

Damit der Samen wachsen kann, braucht er Nahrung. Bevor der Samen die erforderlichen Mineralien von seinen Wurzeln bekommen kann, benötigt er aber bereits eine Nahrungsquelle. Wo findet also der Samen die Nahrung, die er benötigt, um zu wachsen?

Die Antwort auf diese Frage liegt im Aufbau des Samens. Die im Samen gelagerten Nahrungsreserven, die sich mit ihm zusammen während des Befruchtungsprozesses bilden, werden von ihm verbraucht, bis er nach oben schießt und an der Erdoberfläche erscheint. Samen benötigen die zusätzliche Nahrung in ihren Körpern, bis sie die Stufe erlangt haben, in der sie ihre eigene Nahrung produzieren können.

Wenn alle Bedingungen geeignet sind, beginnt die Keimung. Der Samen entnimmt dem Boden Wasser und die Embryozellen beginnen sich zu teilen. Später öffnet sich die Hülle des Samens. Zuerst erscheinen kleine Wurzeln - der Beginn des Wurzelsystems - und wachsen nach unten in den Boden. Nach der Bildung der kleinen Wurzeln entwickeln sich die Knospen, die den Stängel und die Blätter hervorbringen werden.

Die Keimung beginnt unter der Erde, dann wächst die kleine, neue Pflanze in Richtung des Lichts und wird stärker. Wenn sich die ersten Blätter öffnen, kann die Pflanze damit beginnen, ihre eigene Nahrung durch Photosynthese zu erzeugen.

Wenn die Zeit kommt, wachen die Samen aus ihrem „Schlaf“ auf und sprießen aus dem Boden hervor. Sie dulden keine Hindernisse.

Was bis jetzt erklärt wurde, ist überall bekannt und wurde häufig beobachtet. Es ist jedem hinlänglich bekannt, dass Pflanzen aus Samen unter der Erde entstehen. Während aber der Sämling wächst, findet ein wirkliches Wunder statt. Sämlinge, die nur wenige Gramm ausmachen, haben keine Schwierigkeit damit, ein Loch durch einige Kilogramm Erde über ihnen zu bohren. Das einzige Ziel des Sämlings ist es, aus dem Boden zu treten und das Licht zu erreichen. Pflanzen, die begonnen haben zu keimen, bewegen ihre dünnen Stämme, als ob sie sich im leeren Raum befinden würden und bewegen sich langsam in Richtung Tageslicht, als ob kein schweres Gewicht über ihnen sein würde. Trotz der Schwerkraft entstehen sie aus dem Boden und ignorieren alle physikalischen Gesetze, die auf sie zutreffen.

Der winzige Samen und seine Wurzeln, die gerade einen halben Millimeter groß sind, werden nicht vom Boden angegriffen, der normalerweise dazu neigt, Dinge verfaulen zu lassen und zu zerstören. Im Gegenteil, sie wachsen und entwickeln sich schnell.

Experimente wurden durchgeführt, um Sämlinge daran zu hindern, das Tageslicht zu erreichen, indem der Weg nach oben durch verschiedene Methoden versperrt wurde. Die Ergebnisse waren sehr überraschend. Die Sämlinge brachten Triebe hervor, die lang genug waren, jedes Hindernis über ihnen zu umgehen oder sie erzeugten Druck, wo sie sich befanden und es gelang ihnen wieder, das Tageslicht zu erreichen. Wenn Pflanzen wachsen, können sie da, wo sie sich befinden, beträchtlichen Druck entwickeln. Ein Sämling, der in der Spalte einer neu gebauten Straße wächst, kann diese noch weiter öffnen. Er duldet keine Hindernisse, wenn er sich in Richtung Tageslicht bewegt.

Triebe wachsen immer vertikal, wenn sie aus dem Boden austreten. Dadurch wenden sie sich gegen die Schwerkraft. Die Wurzeln andererseits halten sich an die Schwerkraft, da sie sich nach unten bewegen. Dies lässt die Frage aufkommen: „Wie kann es sein, dass zwei Organe, die sich auf der gleichen Pflanze bilden, in verschiedene Richtungen wachsen können?“ Um dies zu beantworten, lassen Sie uns auf einige Mechanismen der Pflanze eingehen.

1. Primäre Wurzel
2. Seitliche Wurzel
3. Stiel
4. Keimblatt
5. Samenhülle
6. Die ersten zwei Blätter
7. Die letzte Knospe ermöglicht dem Zweig zu wachsen

Wenn Samen anfangen zu keimen, hält sie nichts davon ab, aus dem Boden zu sprießen und das Sonnenlicht zu erreichen, weder der Boden über ihnen noch jedes andere Hindernis. Ein Samen, der keimt, wird bald damit beginnen, durch Photosynthese seine eigene Nahrung herzustellen. Wenn er wächst, verwandelt sich der Samen langsam in eine Kopie der Mutterpflanze. Während die Triebe zur Oberfläche hin wachsen, sprießen die Wurzeln in die Tiefe des Bodens, um Nährstoffe für die Photosynthese aufzunehmen.

Zwei Faktoren steuern das Wachstum der Pflanzen: Licht und Schwerkraft. Die erste Wurzel und der erste Trieb, die aus dem Samen entstehen, besitzen Systeme, die sehr sensibel auf diese beiden Faktoren reagieren.

Es gibt Zellen in der Wurzel einer keimenden Pflanze, die Gravitationssignale aufnehmen können. Im Trieb, der sich nach oben richtet, gibt es andere, sehr lichtempfindliche Zellen. Diese Sensibilität der Zellen gegenüber Licht und Schwerkraft steuert die Bewegung der unterschiedlichen Teile der Pflanze in die richtige Richtung. Diese zwei Antriebe ermöglichen ebenfalls, die Richtung des Wachstums der Wurzel und des Triebes zu korrigieren, wenn sie nicht ganz vertikal ist.(1)

Wenn wir einen Blick darauf werfen, was wir bereits festgestellt haben, sehen wir, dass es sich hier um eine außergewöhnliche Situation handelt. Die Zellen, die die Pflanze bilden, wachsen unterschiedlich voneinander und ändern ihre Gestalt, um die verschiedenen Teile der Pflanze zu bilden. Weiterhin wachsen der Trieb und die Wurzel in unterschiedliche Richtungen.

Lassen Sie uns nun das Wachstum der Wurzel nach unten in den Boden mit der Schwerkraft zusammen mit dem Wachsen der Triebe in Richtung Oberfläche betrachten. Die Bewegung dieser Strukturen, die ziemlich hilflos erscheinen, wenn sie den Boden durchbrechen, wirft viele Fragen auf. Insbesondere gibt es an diesem Punkt einen wichtigen Entscheidungsmoment. Wer oder was ist es, der den Moment bzw. die Zeit schafft, in der sich die Zellen zu teilen anfangen und der ihnen zeigt, in welche Richtung sie gehen müssen? Wie kann es sein, dass jede Zelle mit dem Wissen handelt, in welcher Region sie ihren Platz einnehmen muss? Wie kann es sein, dass keine Verwirrung entsteht? Wie ist es zum Beispiel möglich, dass die Wurzel niemals nach oben wächst?

Pflanzen haben eine große Vielfalt an Schalen. Die Schale der Haselnuss besteht ist aus einer harten, schwer zu brechenden, panzerartigen Substanz. Wenn die Zeit kommt, bricht der Samen im Gehäuse das harte Material, taucht hervor und duldet keine Hindernisse.

Es gibt grundsätzlich nur eine Antwort auf alle Fragen dieser Art. Es ist ganz eindeutig nicht die Pflanze selbst, die diese Entscheidung trifft und umsetzt, oder die nötigen Systeme schafft und diese mit ihrem eigenen Körper bildet, so dass keine Verwirrung entstehen kann.

Außerdem kann es ebenfalls nicht möglich sein, dass diese Systeme durch das Eingreifen irgendwelcher anderen Lebewesen entstanden sind. Auch die Zellen, die die Pflanze bilden, können es nicht vollbringen. All diese Faktoren zeigen uns, dass die Pflanzen alle von einer anderen Kraft gelenkt und geführt werden. Es muss also eine höhere Intelligenz bestehen, die alle Strukturen geschaffen hat, die die Pflanzen besitzen, die die Zellen dazu führt, ihre Entscheidungen zu treffen und die ihnen zeigt, in welche Richtung sie gehen müssen, um ihre Funktionen zu erfüllen. Es gibt keinen Zweifel, dass diese überlegene Weisheit Gott gehört, dem Herrn aller Welten.

Dazu sagt der berühmte islamische Gelehrte Bediüzzaman Said Nursi folgendes:

Alle Dinge handeln im Namen Gottes des Gerechten, sodass Samenkerne und Körner, winzig klein wie Staubkörner, riesige Bäume auf ihrem Haupt tragen, Lasten gleich Berge emporheben.

Das alles ist den Materialisten wie ein Schlag ins Gesicht und bringt sie zum Verstummen, steckt ihnen den Finger zur Strafe in ihre verblendeten Augen und spricht zu ihnen: Auch die Härte, der du (Materialist) eine so große Macht zuschreibst, handeln unter (göttlichem) Auftrag, sodass diese seidenweichen Adern gleich dem Stab Mosis dem Befehl: »Und wir haben gesagt: Schlage den Felsen mit deinem Stab!« (Sure 2, 60) gehorchen und die Felsen spalten.

Suleyman Yusuf

1. Malcolm Wilkins, Plantwatching, New York, Facts on File Publications, 1988, p.65-66


 
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