Hauptseite Wissenschaft Biologie Geruchs- & Geschmackssinn Die makellose Organisation in der Zunge

 

 

 

Die makellose Organisation in der Zunge

Blättern Sie durch ein Kochbuch; Sie werden tausende von Rezepten darin sehen. Es wird geschätzt, dass es weltweit etwa 20.000 verzehrbare Pflanzenspezies gibt. 1 Die Vielfalt an festen und flüssigen Lebensmitteln ist erstaunlich. Dennoch haben Sie trotz all dieser Vielfalt kein Problem zwischen unterschiedlichen Geschmäckern zu unterscheiden. Sie können zum Beispiel sofort den Unterschied zwischen gekochtem und geröstetem Hähnchen erkennen, selbst mit geschlossenen Augen.

Sie haben keine Schwierigkeiten den Geschmack von Hähnchen von dem von dutzenden anderen Speisen zu unterscheiden. Das Geheimnis dieser Fähigkeit liegt in der Organisation innerhalb der Zunge, Ihrem Geschmackswahrnehmungsorgan.

 Die Zunge kann mit einem verschiedene komplexe chemische Analysen ausführenden Laboratorium verglichen werden, weil alles, was wir essen und trinken aus sehr unterschiedlichen Molekülen besteht. Es gibt hunderte, sogar tausende von einzelnen chemischen Substanzen auf jedem Speisenteller, aus dem Sie essen.2 Laut dem Geschmacksexperten David Schaeppi beträgt die Anzahl von geschmacksübermittelnden chemischen Substanzen in einer Banane 225 und in einer Erdbeere 350. 3 Die Bedeutung dieser Information, die Sie womöglich zum ersten Mal erhalten, ist, dass das wunderbare als Zunge bekannte Laboratorium unzählige unterschiedliche Moleküle mit unfehlbarer Genauigkeit analysiert. (Abbildung 23) Was für eine Art Design besitzt also Ihre talentierte Zunge?


(Abbildung 23)
Die Substanzen hier hinterlassen einen bitteren Geschmack im Mund. Wie wir sehen können, sind die chemischen Strukturen dieser wenigen Substanzen voneinander sehr verschieden. Dank der vollkommenen Schöpfung und außergewöhnlichen Kapazität des Geschmackswahrnehmungssystems sind wir in der Lage unzählige Geschmacksmoleküle wahrzunehmen.

Es gibt eine große Zahl von Nervenfasern in der Zunge, ein Design, welches ermöglicht, dass sie sich mit Leichtigkeit in alle Richtungen bewegen kann. In der Tat ist die Zunge viermal so beweglich wie unsere Finger4 und übernimmt wichtige Funktionen wie Reden, Kauen und Schlucken. In den Mund eingeführte Lebensmittel werden, bevor sie zur Speiseröhre weitergeleitet werden, durch Speichel angefeuchtet und aufgeweicht, der durch die Speicheldrüsen ausgesondert wird. An dieser Zwischenstelle sind die Geschmacksrezeptoren der Zunge in ihrem aktiven Zustand. Um diese Aktivität zu verstehen, müssen wir erst mit dem Aufbau in der Zunge vertraut sein.

Geschmacksrezeptorzellen sind spezialisierte Zellen, die nur in der Zunge und in bestimmten Gegenden im Mund angetroffen werden können. Die geschmackswahrnehmenden Zellen in der Zunge sind in birnenförmigen Strukturen versammelt, die als Geschmacksknospen bekannt sind – Strukturen, die Papillen genannt werden.

Diese winzigen der Zunge ihre bekannte raue Erscheinung verleihenden Vorsprünge sind auf der Oberfläche und den Seiten der Zunge anzutreffen. Es gibt vier Arten von in verschiedenen Regionen verteilten Papillen. (Abbildung 24) Die auffälligsten von diesen sind die pilzförmigen Papillen an der Vorderseite der Zunge, die deutlicher sichtbar werden, wenn jemand Milch getrunken hat.


(Abbildung 24)
Die Orte der Papillen auf der menschlichen Zunge

Die Wallpapillen, größer und in der Anzahl geringer als die anderen, sind in einer umgekehrten V-Form hinten auf der Zunge angesetzt. Die Blätterpapillen werden an den hinteren Seiten der Zunge angetroffen. Die pilzförmigen, Wall- und Blätterpapillen enthalten Geschmacksknospen. Die fadenförmigen Papillen, die zahlreichste Art, enthalten keine Geschmacksknospen, bedecken nahezu die gesamte Oberfläche der Zunge. Diese haben mit dem Tastsinn zu tun.

Wenn die Zunge unter einem starken Mikroskop untersucht wird, ist das erste, was man feststellt, ihre strukturelle Regelmäßigkeit. Die Ordnung verläuft, beginnend vom kleinsten bis hin zum größten: Tastzellen, Geschmacksknospen, Papillen. Es gibt etwa 10.000 Geschmacksknospen auf der Zunge. 5 (Abbildung 25) Wallpapillen enthalten zwischen 700 und 3.000 Geschmacksknospen, Blätterpapillen zwischen 320 und 2.950. Es gibt ungefähr 3 bis 10 Geschmacksknospen in jeder pilzförmigen Papille.6 Die Anzahl von Tastzellen in jeder Geschmacksknospe variiert zwischen 50 und 100.7

Diese Abbildungen sind wichtig für die Darstellung des Gleichgewichts in der Schöpfung. Wenn die Anzahl der Geschmackszellen und –knospen unter dem Normalwert liegt, nimmt der Geschmackssinn einer Person ab oder verschwindet gar. Wenn aber die Anzahl größer als normal ist, werden bekannte Geschmäcker übermäßig süß und bitter erscheinen. Es ist klar, dass jede Zelle in exakt der richtigen Zahl existieren muss, ansonsten wäre Essen und Trinken kein Genuss, sondern sogar unangenehm.



(Abbildung 26) Die Organisation in einer Geschmacksknospe
(Abbildung 27)
In einer einzigen Geschmacksknospe verbinden sich einige 100 Geschmacksprezeptorzellen in einem makellosen Design. Der obere Teil der Geschmacksknospe ist durch ein besonderes System vom Körper abgetrennt. Das bedeutet, dass die Geschmacksmoleküle mit den Geschmacksmikrohaaren an der Spitze der Geschmacksknospe kommunizieren und nicht zum Hauptkörper weitergeleitet werden.

Wie Sie wissen: Je kleiner ein elektronisches Gerät, desto erfolgreicher wird sein Design angesehen. Das ist der Grund, warum Ingenieure möglichst versuchen wenig Raum zu verwenden. Wenn man auf die Organisation der Geschmacksknospen schaut, sind Beispiele dieses Designprinzips unmittelbar sichtbar. Einige 100 Geschmackszellen sind in der Geschmacksknospe auf ideale Weise aufgesetzt (Abbildung 26-27). Dazu enthalten die Knospen eine Anzahl von Basal- und Sekretzellen, das Produktionszentrum der Geschmackszellen. (Abbildung 28-29) In der Kluft um die Papille herum bauen die an den Rändern der Papillen entlang angelegten Geschmackszellen die Kommunikation mit Geschmacksmolekülen auf. Dank dieser Struktur ist die größtmögliche Kommunikationsoberfläche auf einem sehr kleinen Gebiet errichtet.

Dass diese Zellen in genau der richtigen Anzahl und Form existieren, legt den Beweis einer sehr überlegenen Schöpfung dar. Eine weitere außergewöhnliche Eigenschaft ist, dass sie an exakt dem richtigen Platz angeordnet sind.8 Wenn sich nur eines dieser vielen Elemente des Geschmackswahrnehmungssystems ändern würde – wenn die Geschmackszellen unten an der Zunge anstelle von oben und an den Seiten wären, dann würde selbstverständlich der Geschmackssinn zum Großteil verschwinden. Leben würde dann schwierig werden. Die Tatsache, dass jedes Element im System genau richtig ist, erinnert Menschen mit Vernunft und gesundem Menschenverstand daran, dass Gott alle Dinge makellos und in perfekter Ordnung geschaffen hat.


(Abbildung 28)
Die Organisation in den Papillae circumvallatae


(Abbildung 29)
Details der Struktur in den Papillae circumvallatae

Es kann keine Organisation ohne Organisator geben, und kein Arrangement ohne einen Arrangeur. Wenn Sie sich umsehen, ist alles was sie sehen ein Produkt der Schöpfung von Menschen – Tische, Stühle, Lampen, Gardinen, Fenster, Fernseher, Computer. Das Geschmackssystem, das viele Male komplexer als diese ist, ist das Produkt einer Schöpfung, die Gott angehört, dem Herrn der Welten.

Suleyman Yusuf

1 Diane Ackerman, A Natural History of the Senses, New York: Vintage Books, 1995, S.133.
2 Harold Mcgee, “Taking stock of new flavours,” Nature 400, 1. July 1999, S.17-18.
3 Ayten Görgün, “Tek başına ne tadın ne kokunun anlamı var,”(Neither Taste nor Smell has Any Meaning Alone,) 2000, www.hurriyetim.com.tr/tatilpazar/turk/00/03/17/eklhab/08ekl.htm.
4 Selçuk Alsan, “Yemeklerin Tadi, Kokusu,” Bilim ve Teknik, (“The Taste and Smell of Food,” Science and Technology), Februar 1999, S.98-99.
5 Eric Chudler, “That's Tasty,” 2001, faculty.washington.edu/chudler/tasty.html.
6 A.I. Spielman, J.G. Brand, and W. Yan, “Chemosensory Systems,” Encyclopedia of Life Sciences, June 2000, www.els.net.
7 Stuart J. Firestein, “Neurobiology: The good taste of genomics,” Nature 404, 6. April 2000, S.552-553.
8Charles Zuker, “A Matter of Taste,” HHMI Bulletin, June 1999, Vol. 12, no. 2, S.10-13.


Hauptseite Wissenschaft Biologie Geruchs- & Geschmackssinn Die makellose Organisation in der Zunge
 

| Islam | Quran | Muhammad | Risale-i Nur | Geschichte | Wissenschaft |
 | Für Kinder |
Buch & Autor | Kunst | Allgemein | Links | Gästebuch |