Die erstaunliche
Fähigkeit der Motte
Motten sind Insekten, die auf jedem
Kontinent leben, abgesehen von den
Polarregionen und den Ozeanen. Es wird
angenommen, dass es bis zu eine Million
verschiedene Spezies gibt.1
Die zwei Antennen auf dem Kopf dieses
winzigen Lebewesens dienen als olfaktorische
Organe. Jede Antenne ist von hunderten von
feinen Haaren bedeckt, mit
Geruchsrezeptorzellen auf jedem Haar. Dieses
besondere Design ihrer Antenne macht die
Motte zum Experten beim Aufspüren von
Gerüchen.2
Motten benutzen ihre Geruchswahrnehmung,
um festzustellen, was Nährwert besitzt und
was schädlich sein kann. Darüberhinaus gibt
das Weibchen ein bestimmtes Pheromon ab,
wenn die Paarungszeit beginnt, welches das
Männchen aufspürt. Daraufhin macht es das
Weibchen ausfindig, indem es direkt der
Quelle des Geruchs entgegenfliegt. An diesem
Punkt gibt es eine Angelegenheit, die
Betrachtung verdient. Das Männchen fliegt
oftmals mehrere Kilometer (Meilen), um das
Weibchen zu lokalisieren. Männliche
Seidenspinner zum Beispiel können das
Pheromon des Weibchen aus 20 Kilometern (12
Meilen) Entfernung wahrnehmen, oder sogar
noch weiter.3
Die Empfindlichkeit des olfaktorischen
Organs dieses winzigen Lebewesens ist ohne
Zweifel überwältigend.
Wie aber ist eine männliche Motte in der
Lage das Weibchen seiner eigenen Spezies aus
tausenden von verschiedenen Spezies in
seiner Region ausfindig zu machen? Der
empfindliche Wahrnehmungssinn der Motte
hilft dabei diese Frage zu beantworten. Um
ein Beispiel anzuführen: das Männchen der
Helicoverpa zea, einer in
Nordamerika lebenden Mottenspezies, kann die
Quelle zweier verschiedener Pheromone in
weniger als 1 Millimeter (0.04 Zoll)
Entfernung voneinander unterscheiden.4
Forscher haben verschiedene Experimente
durchgeführt, indem sie winzige Rezeptoren
in der Antenne der Motte platziert haben –
mit anderen Worten auf ihren olfaktorischen
Organen.5 Während die männliche Motte in einem
Tunnel entgegen dem Pheromon flog, wurden
elektrische Signale aufgezeichnet, die von
seiner Antenne zum Gehirn übertragen wurden.
Es wurde beobachtet, dass sich die Signale
von der Antenne veränderten, sobald die
Motte eine Wolke von Pheromonen antraf.
C. Giovanni Galizia der Universität von
Berlin behauptet, dass das
Geruchswahrnehmungssystem der Motte genau
geeignet sein könnte Gerüche in starken
Winden aufzuspüren.6 Dieses vollkommene System in einem
Tier von bloß wenigen Millimetern (Zoll)
Größe ist ein offensichtliches Wunder der
Schöpfung.
Suleyman Yusuf
1 “Butterflies and Moths,”M. Encarta Encyclopedia
2001.
2 Bente Haarstad, “Insects’ amazing sense of
smell,” Januar 1998,
www.ntnu.no/gemini/1998-01E/30.html
3 “Butterflies and Moths,” M. Encarta Encyclopedia
2001.
4 T.C. Baker, H.Y. Fadamiro, and A.A. Cosse, “Moth
uses fine tuning for odour resolution,” Nature 393,
11. Juni 1998, S.530.
5 Neil J. Vickers, Thomas A. Christensen, Thomas C.
Baker, und John G. Hildebrand, “Odour-plume dynamics
influence the brain's olfactory code,” Nature 410,
22. März 2001, S.466-470.
6 Helen Pearson, “Sniffing out smell’s secret
code,” Nature Science Update, 22. März 2001,
www.nature.com/nsu/010322/010322-12.html
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