Geruchsgedächtnis
Der
Geruchssinn ist eng mit dem Gedächtnis
verbunden. Der Grund, weshalb Sie die
meisten Gerüche um sich herum ohne Gefühl
der Unbekanntheit erkennen liegt darin, dass
jede Art von Geruch mit einem speziellen
Code im Geruchsgedächtnis archiviert wird.
In dem Augenblick, in dem sie dem Geruch
eines Aromas begegnen, wird er durch
Anwendung jenes Archivs identifiziert. Ein
Geruch, dem Sie zum ersten Mal begegnen, den
sie noch nie erfahren haben, wird
interpretiert, indem er mit anderen Gerüchen
verglichen wird. Würden wir so ein
Gedächtnis nicht besitzen, würden Gerüche
unmöglich zu beschreiben sein.
Gerüche erinnern uns an verschiedene
Ereignisse, die uns in der Vergangenheit
widerfahren sind. Ein bekanntes Parfum, das
wir riechen, wenn wir die Straße entlang
gehen, erinnert uns an eine andere Frau, die
es trägt. Der Geruch von etwas Kochendem
kann die Erinnerung an ein Essen erwecken,
das Jahre zuvor stattgefunden hat. Dasselbe
Aroma kann in einer Person angenehme Gefühle
hervorrufen, aber unangenehme in einer
anderen.

… Er
weiß, was in den Himmeln und was
auf Erden ist; und Gott hat
Macht über alle Dinge." (Sure Al
`Imran, 29)
Dank des
Geruchsgedächtnisses kann ein
Aroma, das Sie als Kind gerochen
haben, viele Jahre später
wieder erkannt werden.
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Wo also werden die Erinnerungen
verschiedener Gerüche all die Jahre
aufbewahrt und die Gefühle, die sie
auslösen, als neu wahrgenommen? Wo wird die
Datenbank, mit ihrem sehr großen
Fassungsvermögen an Informationen von
Tausenden verschiedener Aromen gespeichert?
Die Antworten sind noch nicht mit Gewissheit
bekannt. Die Informationen die Gerüche
betreffend aber werden wohl in Hippocampus
und Amygdala im Gehirn gesammelt.1 (Abbildung 19)
Die Ergebnisse der Forschung auf diesem
Gebiet sind klar: Ihr Gedächtnis dient
während Ihres Lebens als Datenbank für
Aromen, solange Sie nicht unter einer
ernster Krankheit oder einem Unfall leiden.
Des Weiteren hat es eher eine aktive
Struktur als eine stabile und erneuert sich
ständig im Angesicht neuer Erfahrungen.2 Informationen über eine Substanz, die
Sie zum ersten Mal riechen, werden im
Gedächtnis aufgezeichnet, was es für Sie
einfach macht sie zu erkennen, wenn Sie sie
das nächste Mal antreffen. Denken Sie daran,
dass aus Proteinen aufgebaute Zellen Ihr olfaktorisches Gedächtnis bilden; sie
richten ein ausgedehntes Archiv ein und
erweitern es, wenn neue Gerüche angetroffen
werden. Als kleiner Vergleich: Ihr Computer
kann sich nicht spontan updaten. Er wird so
verbleiben, wie er ist, bis Sie neue
Programme laden. Genauso wenig entstand die
Eigenschaft des Archivierens der
Geruchsgedächtniszellen spontan. Gott
erschuf sie, und ihr überlegenes Design ist
einer der unzähligen Beweise Seiner Gnade
und der Weise, dass Sein Wissen alle Dinge
umgibt. (Sure Ghafir, 7)
Eine wichtige Eigenschaft unterscheidet
das olfaktorische Gedächtnis vom visuellen
und Hörgedächtnis: Informationen über
Gerüche haben eine größere Beständigkeit.3
Das ist der Grund, weshalb so viele
Erinnerungen ausgelöst werden, wenn Sie den
Geruch wahrnehmen, der von einer Blume, von
Kräutern oder gar einer Person ausgeht.
Forschung hat gezeigt, dass der Geruchssinn
jedes Individuums einzigartig ist, wie ein
Fingerabdruck.4
(Die einzige Ausnahme sind identische
Zwillinge.) Wenn speziell trainierte Hunde
einem Verdächtigen folgen, verfolgen sie die
Spur des Geruchs der Haut dieser Person und
können diesen Verdächtigen mittels seines
einzigartigen Geruchs unterscheiden.

(Abbildung 19)
Man nimmt an, dass Information
über Gerüche in den Regionen des
Hippocampus und der Amygdala im
Gehirn gesammelt werden.
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In der Tat könnte der Bericht im Quran,
in dem der Vater des Propheten Josef (a.s.)
den Geruch seines Sohnes Jahre später
erkannte, auf diese Tatsache hinweisen. Sein
Vater erkannte den Geruch als denselben, den
der Prophet Josef (a.s.) in seiner Kindheit
hatte, selbst nachdem viele Jahre vergangen
waren:
Und als die Karawane aufgebrochen
war, sprach ihr Vater: "Wahrlich, ich spüre
Josefs Geruch, auch wenn ihr sagt, dass ich
fasele." (Sure Yusuf, 94)
Suleyman Yusuf
1 R.S. Herz, T. Engen, “Odor memory: review and
analysis,” Psychonomic Bulletin and Review 3, 1996,
no. 3, S.300-313. www.macalester.edu/~psych/whatap/UBNRP/Smell/memory.html
2 Tim Jacob, “Olfaction,” 2001, www.cf.ac.uk/biosi/staff/jacob/teaching/sensory/olfact1.html.
3 R.S. Herz and T. Engen, “Odor memory: review and
analysis,” Psychonomic Bulletin and Review 3, 1996,
no. 3, S.300-313.
4 Tim Jacob, “Olfaction,” 2001, www.cf.ac.uk/biosi/staff/jacob/teaching/sensory/olfact1.html
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