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Überliefererbiographienwerke

Dieser Wissenschaftszweig wird die „Wissenschaft der Männer“ (arab. 'ilm ar-ridschal) genannt. Hier werden die einzelnen Überlieferer in den Überlieferungsketten von Hadithen nach ihrer Zuverlässigkeit untersucht, indem Biographien über sie zusammengestellt werden.

Hier einige Bücher dieses Wissenschaftszweigs:

   1.     At-tarikh al-kabir („Die große Biographiengeschichte“) von Buchari. In diesem Buch sind sowohl zuverlässige als auch schwache, d. h. unzuverlässige Überlieferer aufgeführt.

  2.     Adsch-Dscharh wa at-at'dil von Ibn Abi Hatim. In diesem Buch sind sowohl zuverlässige als auch schwache, d. h. unzuverlässige Überlieferer aufgeführt. Es ähnelt dem „At-tarikh al-kabir“ von Buchari

  3.   Ath-thuqat („Die zuverlässigen Überlieferer“) von Ibn Hibban. In diesem Buch werden nur zuverlässige Überlieferer behandelt.

  4.     Al-kamil fi-d-du'afa' von Ibn 'Adijj. In diesem Buch werden nur schwache, d. h. unzuverlässige Überlieferer behandelt.

  5.     Al-kamil fi asma' ar-ridschal („Die Vollständige bzgl. der Namen der Männer“) von Abdulghani al-Maqdisi. Es ist ein allgemeines Buch, jedoch beschränkt es sich auf die Überlieferer der sog. 6 Hadithbücher (kutub as-sitta) (d. h. Sahih Buchari, Sahih Muslim, Sunan Abi Dawud, Sunan An-Nasai, Sunan at-Tirmidhi und Sunan Ibn Madscha)

  6.     Tahdhib at-tahdhib von Ibn Hadschar al-'Asqalani. Dieses Buch wird als eine der Zusammenfassungen und Redigierungen des Buchs Al-kamil fi asma' ar-ridschal Abdulghani al-Maqdisi angesehen.

Die folgenden Werke stammen alle von Imam Adh-Dhahabi (673-748 n. H.):

  7.     Tadhhib Tahdhib al-Kamal, eine Kurzfassung zu al-Mizzis 35-bändigem Handbuch der historischen Biographien der Überlieferer, die in den Überlieferungsketten der sechs bedeutendsten Hadithsammelwerke vorkommen (Sahih Buchari, Sahih Muslim, sowie die Sammelwerke von Tirmidhi, Abu Dawud, Nasa'i und Ibn Madscha)

  8.     Mizan al-I`tidal fi Naqd al-Rijal („Die Waage der Zuverlässigkeit bzgl. der Kritik an den Überlieferern“), (8 große Bände), ein Handbuch derjenigen Überlieferer, über die Schwächen berichtet wurden.

        Es wurde gekürzt und verbessert von Ibn `Adi durch sein Buch al-Kamil fi al-Du`afa'. Al-`Iraqi verbesserte dieses dann in Dhail al-Mizan. Sein Schüler Ibn Hadschar machte eine weitere Verbesserung in Lisan al-Mizan und dann zuletzt in al-`Auni in Dhail Lisan al-Mizan.

  9.     Ar-Ruwat al-Thiqat al-Mutakallim Fihim Bima La judschibu raddahum („Die vertrauenswürdigen Überlieferer, deren Zuverlässigkeit in Belangen, welche keine Zurückweisung rechtfertigen, untersucht worden war“).

        Darin erklärt Adh-Dhahabi:

        „Ich habe in meinem Buch [Mizan al-I`tidal] eine große Anzahl an zuverlässigen Überlieferern aufgenommen, auf die sich Buchari und Muslim und andere verlassen haben. Ich habe diese nur aufgrund der Tatsache zitiert, weil sie in früheren Handbüchern als zweifelhafte Erzähler zitiert wurden.

        Nicht, dass ich irgendeine Schwäche welcher Art auch immer in ihnen sah, aber ich wollte nur eine Anmerkung machen, dass sie zitiert worden waren.
Immer wieder treffe ich dennoch auf Namen eines altbewährten, vertrauenswürdigen Erzählers, über welchen irgendwelche Fragen ohne Konsequenz für seinen Status aufgeworfen worden waren.“

        ....
Ebenso muss einiges an vorhandener Kritik von Zeitgenossen untereinander abgeschottet und nicht berichtet werden.[1] Ich sollte dies nun vertiefen und das Kriterium zwischen akzeptierter und zurückgewiesener Art von Anzweiflung nennen.

        Was die Prophetengefährten anbelangt, so steht ihre Zuverlässigkeit fest, egal, was zwischen ihnen stattfand. Unsere Überzeugung und Praxis ist, dass sie alle zuverlässig und aufrecht sind (arab. 'udul).[2]

        Was die Nachfolgegeneration (arab. tabi'un) betrifft, kann man kaum einen vorsätzlichen Lügner unter ihnen finden, obgleich einige von ihnen Fehler und Irrtümer verübten. Wer auch immer wenige Fehler hat, wird trotzdem als Autorität akzeptiert. Ebenso Leute, die ein gewaltiges Wissen haben, selbst wenn sie viele Fehler haben, obgleich die Gelehrten unterschiedlicher Ansicht sind, ob die letztere Kategorie als Referenz für eine Beweisführung erachtet werden kann.

Was jene betrifft, deren Fehler und Eigenheiten (arab. ghara'ib) reichlich vorhanden sind, deren Erzählungen haben wenig Beweiskraft. Diese Art wird kaum unter den frühen Nachfolgern, jedoch mehr in späteren Generationen gefunden.

Unter den Schülern der tabi'un hat man vorsätzliche Lügner entdeckt und jene mit reichlichen Fehlern und Verwirrung. Infolgedessen wurde das, was solche Leute überlieferten, verworfen.“ Ibn al-Subki, Tabaqat al-Schafi`ijja al-Kubra (9:111-112).

Samir Mourad
 


[1]   Wahrscheinlich, weil es manchmal persönliche Dissonanzen zwischen Gelehrten gibt, wie sie auch heute des Öfteren unter den Muslimen vorkommt, die sich für den Islam einsetzen.

[2]   Das ist der Standpunkt der Ahl al-Sunna (d. h. der Sunniten)

 


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