Der Islam hat
im Verlauf
seiner ganzen Geschichte
dem Mittleren Osten Frieden und Harmonie
gebracht
Palästina und insbesondere sein
Herz, Jerusalem, ist für Muslime seit dem Beginn der Geschichte des
Islams heilig gewesen. Da die Muslime Palästina als heilig ansehen,
haben sie alles unternommen, um der Region Frieden und Harmonie zu
bringen. Wir werden in diesem Artikel auf einige historische Fälle
eingehen.
Es gibt zwei Hauptgründe, warum
Jerusalem für Muslime heilig ist: Es ist die erste Richtung, an die
Muslime es gewöhnt waren, sich bei der Verrichtung ihrer Gebete zu
wenden. Von dort, von der Al-Haram Moschee zur Al-Aqsa Moschee, ist
der Prophet Muhammad zum Himmel aufgestiegen, eines der größten
Wunder, die der Prophet vollbracht hat. Mit anderen Worten der Ritt
von Mekka nach Jerusalem. Diese Tatsache wird im Quran wie folgt
berichtet:
Gepriesen sei Der,
Der Seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee (Almasdschidil-haram)
zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, um
ihm einige von Unseren Zeichen zu zeigen. Gewiss, ER ist Der
Allhörende, Der Allsehende. (Sure al-Isra': 1)
In den Geschichten des Quran über
die Propheten werden in vielen Versen, die auf palästinensische
Regionen verweisen, diese als 'gesegnete und heilige Länder'
erwähnt. Im obengenannten Vers über den Aufstieg zum Himmel wird die
Al-Aqsa Moschee wie ein Land beschrieben, 'dessen Umgebung Allah
gesegnet hat.' In der Sure al-Anbiya, in der die Migration der
Propheten Abraham und Lot nacherzählt wird, wird die gleiche Gegend
als ' ein Land beschrieben, das Allah gesegnet hat.' Außerdem
sind die palästinensischen Länder, in denen viele Propheten, die aus
Israel stammen, gelebt, im Namen Allahs gekämpft haben und auf dem
Feld der Ehre gefallen oder dort gestorben sind und begraben wurden,
auch aus diesen Gründen für Muslime heilig.
Infolgedessen haben die Muslime in
den letzten 1.400 Jahren immer für Frieden und Ruhe in Jerusalem und
Palästina gesorgt.
Der Frieden und
die Gerechtigkeit, die vom Kalifen Omar nach Palästina gebracht
wurden
Bis zum Jahre 71 n.Chr. war
Jerusalem die Hauptstadt der Juden. Aber in diesem Jahr hat die
römische Armee einen Feldzug gegen die Juden durchgeführt, und sie
aus dem Gebiet in eine öde Gegend verbannt. Während der Zeit der
jüdischen Diaspora, waren Jerusalem und seine Umgebung ein
verlassenes Land.
Jedoch wurde Jerusalem mit der
Annahme des Christentums während der Zeit des römischen Kaisers
Constantin noch einmal sehr interessant. Römische Christen bauten
Kirchen in Jerusalem. Das Niederlassungsverbot für Juden in der
Region wurde aufgehoben. Palästina blieb bis zum 7. Jahrhundert ein
römisches Gebiet (Byzanz). Die Perser eroberten das Gebiet für kurze
Zeit, aber Byzanz eroberte es später zurück.
Die Eroberung der Region im Jahr
637 durch islamische Armeen stellt einen wichtigen Wendepunkt in der
Geschichte Palästinas dar. Mit dieser Eroberung traten in Palästina,
das jahrhundertelang Schauplatz von Kriegen, Verbannungen und
Massakern war und häufig in den Besitz unterschiedlicher
Glaubensgemeinschaften geriet, die jedesmal Anlass zu neuen
Grausamkeiten gaben, Frieden und Ruhe ein.
Palästina wurde von Omar, dem
zweiten Kalif nach dem Propheten, eingenommen. Die Einnahme von
Jerusalem durch Omar, die bisher nicht gekannte Toleranz, Reife und
Freundlichkeit, die er gegenüber Menschen verschiedenen Glaubens
zeigte, waren der Beginn einer herrlichen Periode. Die britische
Historikerin und Expertin des Mittleren Ostens, Karen Armstrong,
beschreibt die Eroberung von Jerusalem durch Omar in ihrem Buch Holy
War:
Der Kalif Omar betrat Jerusalem
auf einem weißen Kamel und wurde vom Richter der Stadt, dem
griechischen Patriarchen Sophronius eskortiert. Der Kalif bat zuerst
darum, unverzüglich zum Tempel Mount gebracht zu werden. Dort kniete
er nieder und betete an der Stelle, an der sein Freund Muhammad
seine Nachtreise gemacht hatte. Der Patriarch beobachtet dies mit
Entsetzen und dachte, dass dies seine letzten Tage sind. Er
vermutete, dass die "letzten Tagen" sich endlich näherten. Folglich
bat Omar, die christlichen Tempel zu sehen und während er in der
Kirche des heiligen Sepulchrums war, kam die Zeit für das
muslimische Gebet. Höflich lud der Patriarch ihn ein, zu beten, wo
er war, aber Omar lehnte liebenswürdig ab, dort zu beten. Wenn er
niederknien würde, um in der Kirche zu beten, erklärte er, würden
die Muslime dort zum Gedenken eine Moschee errichteten, und das
würde bedeuten, dass die Kirche des heilige Sepulchrums zerstört
werden würde. Aus diesem Grund verließ Omar die Kirche und betete
ein wenig entfernt von ihr. An der Stelle, direkt gegenüber vom
heiligen Sepulchre wurde dann auch tatsächlich eine kleine Moschee
errichtet, die dem Kalifen Omar gewidmet ist.
Eine weitere, große Moschee wurde
von Omar auf dem Tempel Mount errichtet, um die muslimische
Eroberung zu symbolisieren, zusammen mit der al-Aqsa Moschee, die an
die Nachtreise von Muhammad erinnert. Die Christen hatten diese
Stelle, an der sich der zerfallene Tempel der Juden befand,
jahrelang als Müllhaufen der Stadt benutzt. Der Kalif half den
Muslimen, mit seinen eigenen Händen den Abfall zu beseitigen. Durch
die Errichtung von zwei Gotteshäusern haben die Muslime den Islam
damit in der drittheiligsten Stadt des Islams angesiedelt.(1)
Kurz gesagt; Muslime brachten
'Zivilisation' nach Jerusalem und ganz Palästina. Anstelle des
barbarischen Glaubens, der keinen Respekt für den heiligen Wert
anderer Menschen zeigt, und der die Menschen allein wegen ihrer
Glaubensunterschiede ermordeten, herrschte dort nach der Eroberung
durch Omar die gerechte, tolerante und gemäßigte Kultur des Islam.
Nach der Eroberung lebten die Muslime, Christen und Juden zusammen
in Frieden und Harmonie in Palästina. Die Muslime versuchten nie,
die Menschen zum Islam zu zwingen, aber einige Nicht-Muslime, die
sahen, dass der Islam die wahre Religion ist, haben aus eigenem
freien Willen den Islam gewählt.
Frieden und Harmonie in Palästina
dauerten solange, wie diese Region sich unter der Herrschaft der
Muslime befand. Jedoch am Ende des 11. Jahrhunderts kamen
ausländische Invasoren in die Region und das zivilisierte Land von
Jerusalem wurde in barbarischer und grausamer Weise geplündert.
Diese Barbaren waren die Kreuzfahrer.
Die Grausamkeit
der Kreuzfahrer
Während die Anhänger der drei
Religionen in Frieden und Harmonie in Palästina lebten, entschieden
die Christen in Europa, Kreuzzüge zu unternehmen.
Nach einem Aufruf
von Papst Urban II am 25 November 1095 an den Rat von Clermont
machten sich mehr als 100.000 Menschen aus ganzem Europa auf, "das
heilige Land von den Muslimen zu befreien" und um den sagenhaften
Reichtum des Ostens zu finden. Nach einer langen und zermürbenden
Reise, vielen Plünderungen und Gemetzel an Muslimen erreichten sie
1099 Jerusalem. Die Stadt fiel nach einer Belagerung von fast fünf
Wochen, und die Kreuzfahrer zogen ein. Die von ihnen dabei verübten
Grausamkeiten stellten vieles in den Schatten, was die Welt bisher
erlebt hatte. Alle Muslime und Juden in der Stadt wurden
niedergemetzelt. Ein Historiker beschrieb die Zustände so,
"...ermordeten sie alle Arabers und Türken, die sie fanden..., ohne
Rücksicht darauf, ob es ein Mann oder eine Frau war."(2) Einer
der Kreuzfahrer, Raymond of Aguiles prahlte mit dieser
Gewalttätigkeit:
Wundervolle Ansichten waren zu
sehen. Einige von unseren Männern (und diese waren die
barmherzigsten) schnitten die Köpfe ihrer Feinde ab; andere schossen
sie mit Pfeilen, damit sie von den Türmen stürzten; andere quälten
sie länger, indem sie sie in Flammen warfen. Ein Haufen der
abgeschnittenen Köpfe, Hände und Füße waren auf den Straßen der
Stadt zu sehen. Deswegen war es sehr schwierig, auf den Straßen
zu gehen. Aber diese waren sehr wenig, wenn sie damit verglichen
wurden, was am Tempel von Solomon geschah... Im Tempel und im Portal
von Solomon ritten Männer in Blut bis zu ihren Knien.(3)
In zwei Tagen ermordete die Armee
der Kreuzfahrer ca. 40.000 Muslime in der oben beschriebenen
barbarischen Weise.(4)Der
Frieden und die Harmonie in Palästina, die seit Omar eingekehrt
waren, endete in einem schrecklichen Gemetzel. Die Kreuzfahrer
übertraten alle ethischen Gesetze des Christentums, einer Religion
der Liebe und des Mitleids, und verbreiteten Terror angeblich unter
Berufung auf das Christentum.
Die Gerechtigkeit
Saladins
Die barbarische Armee der
Kreuzfahrer machte aus Jerusalem ihre Hauptstadt, und gründete ein
lateinisches Königreich, dessen Grenzen sich von Palästina bis nach
Antiochia erstreckten. Jedoch konnten sich die Kreuzfahrer, die
Rechtlosigkeit und Unterdrückung nach Palästina gebracht hatten,
nicht lang halten. Saladin vereinigte alle muslimischen Königreiche
unter seiner Fahne in einem Heiligen Krieg und besiegte die
Kreuzfahrer in der Schlacht von Hattin im Jahre 1187. Nach der
Schlacht wurden die beiden Führer der Armee der Kreuzfahrer,
Reynauld von Chatillon und König Guy, vor Saladin gebracht. Saladin
richtete Reynauld von Chatillon, dessen Grausamkeit gegen Muslime
ihn weithin bekannt gemacht hatte. König Guy dagegen ließ er gehen,
da er nicht die gleichen Verbrechen verübt hatte. Palästina erlebte
noch einmal wahre Gerechtigkeit.
Unmittelbar nach Hattin und am
gleichen Tag, an dem der Prophet Muhammad in einer Nacht von Mekka
nach Jerusalem gebracht worden war, am Tag seines Aufstiegs, betrat
Saladin Jerusalem und befreite es von der Besetzung der Kreuzfahrer,
die 88 Jahre angedauert hatte. Als die Kreuzfahrer 88 Jahre zuvor
die Stadt eingenommen hatten, hatten sie alle Muslime innerhalb der
Stadt getötet. Aus diesem Grund hatten sie Angst davor, dass Saladin
ihnen das Gleiche antun würde. Aber er rührte nicht einen einzigen
Christen in der Stadt an. Er befahl nur den lateinischen
(katholischen) Christen, die Stadt zu verlassen. Den orthodoxen
Christen, die nicht Kreuzfahrer waren, wurde erlaubt, in der Stadt
zu leben und ihren Gottesdienst auszuüben, wie sie es wollten. Die
britische Historikerin Karen Armstrong beschreibt die zweite
islamische Eroberung von Jerusalem mit den folgenden Wörtern:
Am 2 Oktober 1187 betraten Saladin
und seine Armee Jerusalem als Eroberer und für die folgenden 800
Jahre würde Jerusalem eine muslimische Stadt bleiben... Saladin
hielt sein Wort und eroberte die Stadt unter Einhaltung der
höchsten islamischen Prinzipien. Er nahm nicht Rache für das
Massaker von 1099, ganz wie der Quran es befiehlt (Sure an-Nahl:
127). Kein einziger Christ wurde getötet und es gab keinen
Plünderung. Die Lösegelder wurden bewusst sehr niedrig
angesetzt...
Saladin war durch die Notlage der
Familien zu Tränen gerührt, die auseinander gerissen waren und
er
ließ viele von ihnen frei, wie der Quran es nachdrücklich verlangt.
Sein Bruder al-Adil war durch die Notlage der Gefangenen so
beunruhigt, dass er Tausende von ihnen für seinen eigenen Haushalt
erbat und sie dann sofort freiließ...
Als Imad ad-Din den Patriarchen
Heraclius sah, wie er die Stadt mit Pferdefuhrwerken verlies, die
mit Schätzen beladen waren, drängte er Saladin, es konfiszieren zu
lassen. Aber Saladin lehnte ab. Der Quran sagt, dass Eide und
Verträge eingehalten werden müssen und es war wesentlich, dass
die Muslime die rechtlichen Abmachungen einhielten...
Heraclius zahlte sein Lösegeld von 10 Dinar wie jeder andere auch
und wurde sogar mit einer speziellen Eskorte versehen, um seinen
Schatz während der Reise zu sichern.5
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Richard Löwenherz war nicht sehr "adlig" .
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Kurz gesagt, Saladin und die
Muslime unter seinem Befehl behandelten die Christen mit großer
Gnade und Gerechtigkeit, und sie zeigten ihnen gegenüber sogar mehr
Mitleid als deren eigene Führer.
Nach Jerusalem setzten die
Kreuzfahrer ihre Barbarei und die Muslime ihre Gerechtigkeit in
anderen Städten in Palästina fort. Im Jahre 1194 hatte Richard the
Lionheart (Richard Löwenherz), der als großer Held in der britischen
Geschichte dargestellt wird, 3.000 Muslime, unter denen viele Frauen
und Kinder, im Acre Schloss hinterhältig ermorden lassen. Obwohl die
Muslime Zeugen dieser Grausamkeit waren, griffen sie nie zu den
gleichen Methoden. Sie hielten sich an Allahs Befehl "O ihr, die
ihr glaubt! ... Der Hass gegen Leute verleite euch nicht zu
Verfehlungen...." (Surat al-Ma'ida: 2) und sie verübten nie
Gewalttätigkeiten gegen unschuldige Zivilisten. Sie wendeten nie
unnötige Gewalt an, auch nicht gegen die Armeen der Kreuzfahrer, die
sie besiegten.
Die Wildheit der Kreuzfahrer und
die Gerechtigkeit der Muslime deckte erneut eine historische
Wahrheit auf: Nur eine Verwaltung, die auf die Grundregel des
Islams errichtet wurde, ermöglichte es den Menschen
unterschiedlicher Religionen, in Palästina zusammenzuleben.
Diese Tatsache wurde auch noch 700 Jahre nach Saladin, besonders
während der osmanischen Periode, demonstriert.
Gerechte und
tolerante Herrschaft des Osmanischen Reiches
Im Jahre 1514 eroberte Sultan
Selim Jerusalem und seine Umgebung. Damit begann die fast 400
jährige Osmanische Herrschaft in Palästina. Wie in anderen
osmanischen Ländern auch sollte diese Periode Palästina Frieden und
Stabilität bringen und das Zusammenleben der verschiedenen
Religionen sichern.
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Die Toleranz des Islams setzte sich im
Osmanischen Reich fort. Kirche, Synagoge und Moschee
koexistierten friedlich miteinander. |
Das Osmanische Reich wurde durch
eine Ordnung bekannt, das "Nations(Millet)-System" genannt
wurde, ein System der Selbstverwaltung ethnischer und religiöser
Gruppen. Die grundlegendste Eigenschaft dieses Systems war, dass
Menschen unterschiedlicher religiöser Zugehörigkeit erlaubt wurde,
ihrem eigenen Glauben gemäß und sogar ihrer Rechtsordnung
entsprechend zu leben. Christen und Juden, die im Quran als die
'Menschen der Schrift' beschrieben werden, fanden Toleranz,
Sicherheit und Freiheit im Osmanischen Reich.
Der wichtigste Grund dafür war,
dass das Osmanische Reich, obwohl es ein islamischer Staat war, der
von den Muslimen verwaltet wurde, kein Interesse daran hatte, seine
Bürger zum Übertritt zum Islam zu zwingen. Im Gegenteil, der
Osmanische Staat strebte an, Nicht-Muslimen Frieden und Sicherheit
zu gewähren und sie so zu verwalten, dass sie mit der islamischen
Regierung und Gerechtigkeit einverstanden sind.
Andere große Staate hatten zur
gleichen Zeit eine viel gröbere, unterdrückendere und intolerantere
Vorstellung von Regierung. Das Königreich von Spanien konnte die
Anwesenheit der Muslime und Juden auf der spanischen Halbinsel nicht
tolerieren und verübte Gewalttaten gegen beide Gemeinschaften. In
vielen anderen europäischen Ländern wurden Juden allein wegen ihrer
Religionszugehörigkeit unterdrückt (zum Beispiel wurden sie in
Gettos eingesperrt) und wurden bisweilen Opfer von Massakern
(Pogromen). Selbst untereinander fanden die Christen keinen Frieden;
die Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken im 16. und 17.
Jahrhundert verwandelten Europa in ein blutiges Schlachtfeld. Der
Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Resultat dieses
Konfliktes zwischen Katholiken und Protestanten. Als Folge dieses
Kriegs wurde Mitteleuropa in ein Schlachtfeld verwandelt und allein
in Deutschland kam ein Drittel der Bevölkerung, 15 Millionen
Menschen, um.
Angesichts solcher Zustände ist es
eine unbestreitbare Wahrheit, dass die Osmanische Herrschaft
außerordentlich menschlich war.
Viele Historiker und
Politikwissenschaftler haben die Aufmerksamkeit auf diese Tatsache
gelenkt. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Edward Said, ein
international bekannter Experte für die Geschichte des den Mittleren
Osten an der Columbia Universität. Edward Said, der von einer
christlichen Familie Jerusalems abstammt und an amerikanischen
Universitäten seine Forschungen fortsetzt, empfahl in einem
Interview in der israelischen Zeitung Ha'aretz das "Nations-System (Millet-System)
des Osmanischen Reiches", um im Mittleren Osten permanenten Frieden
zu stiften. Er sagte:
"So wie andere Minoritäten in der
arabischen Welt leben können, kann auch eine jüdische Minorität
(unter Arabern) leben... Es funktionierte sehr gut im Osmanischen
Reich mit seinem Nationssystem. Dieses System scheint menschlicher
zu sein, als das, was wir jetzt haben.6
Die Moral des
Quran: Die Quelle der islamischen Toleranz
Der wesentliche Grund für die
Errichtung der außerordentlich toleranten, gerechten und
menschlichen Herrschaft im Osmanischen Reich und in anderen
muslimischen Staaten besteht darin, dass im Quran eine derartige
Herrschaftsform gefordert wird. Der Grund für Gerechtigkeit,
Barmherzigkeit, Toleranz und zivilisiertes Verhalten, die Omar,
Saladin, Sultane des Osmanischen Reiches und viele andere
muslimische Herrscher an den Tag legten (eine Tatsache, die heute
auch im Westen akzeptiert wird), war ihre Treue gegenüber Allahs
Geboten, die Er im Quran offenbart hat. Im Folgenden sind einige der
Gebote aufgeführt, die die Grundlage der islamischen Ansicht von
Regierung bilden:
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Eine historische Ansicht der muslimischen Toleranz zu den
Christen: Muslimische Kuppel des Felsens nahe bei der
christlichen Kirche. |
Siehe, Allah
gebietet euch, die euch anvertrauten Güter ihren Eigentümern
zurückzugeben, und wenn ihr unter den Leuten richtet, nach
Gerechtigkeit zu richten. Siehe, Allah - wie trefflich ist das, wozu
Er euch mahnt! Siehe, Allah hört und sieht. (Sura an-Nisa: 58)
O ihr, die ihr
glaubt! Tretet für die Gerechtigkeit ein, wenn ihr vor Gott Zeugnis
ablegt, und sei es gegen euch selber oder eure Eltern und
Verwandten. Handele es sich um arm oder reich, Allah steht euch
näher als beide. Und überlasst euch nicht der Leidenschaft, damit
ihr nicht vom Recht abweicht. Wenn ihr (das Recht) verdreht oder
euch (von ihm) abkehrt, siehe, Allah weiß, was ihr tut. (Sura
an-Nisa: 135)
Allah verbietet
euch nicht, gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht
wegen eures Glaubens bekämpft oder euch aus euren Häusern
vertrieben haben. Allah liebt fürwahr die gerecht Handelnden. (Sura
al-Mumtahina: 8)
Von der Politik heißt es 'Macht
korrumpiert und absolute Macht korrumpiert absolut.' Dies bedeutet,
dass jeder, der politische Macht erreicht, infolge der
Möglichkeiten, die diese Macht ihm bietet, moralisch korrumpiert
wird. Diese Regel trifft tatsächlich für die meisten Menschen zu.
Denn diese Majorität bestimmt ihre Moral entsprechend den
gesellschaftlichen Sanktionen. Mit anderen Worten; sie vermeiden
Unmoral und Straftaten, nur weil sie sich vor der Missbilligung und
Bestrafung der Gesellschaft fürchten. Die Macht gibt ihnen Stärke
und verringert den sozialen Druck. Infolgedessen werden sie ganz
leicht verdorben und degeneriert. Wenn sie absolute Macht besitzen,
d.h. wenn sie eine Nation beherrschen, können sie alles tun, um
ihren Hochmut zu befriedigen.
Das einzige Modell
des Menschen, in dem das 'Gesetz der Korruption' nicht gilt, ist der
aufrichtige Glaube an Allah. Die Annahme der Religion aus Furcht und
Liebe vor Ihm und ein Leben entsprechend dieser Religion. Da ihre
Moral nicht von der Gesellschaft abhängig ist, beeinflusst sie
selbst die absoluteste Herrschaft nicht. Im Quran gab Allah den
Propheten David als Beispiel eines idealen Herrschers, während er
diejenigen beherrschte, die seine Berechtigung in Frage stellten,
betete er in völliger Unterwerfung zu Allah. (Sure Sad: 24)
Die Tatsache, dass es in der
Geschichte des Islams eine große Anzahl von gerechten, barmherzigen,
demütigen und reifen Herrscher gibt, ist dieser Moral geschuldet,
die Allah den Muslimen im Quran nahe bringt. Solange ein muslimischer
Herrscher Allah fürchtet, gibt es ausgeschlossen, das er verdorben,
stolz oder grausam werden könnte. (Selbstverständlich gibt es in der
Geschichte des Islams Herrscher, die verdorben waren und von der
islamischen Moral abwichen, aber ihre Anzahl und ihr Einfluss waren
sehr gering).
Suleyman Yusuf
Quelle:
1-
Karen Armstrong, Holy War, MacMillan, London, 1988, S. 30-31
2- Geste Francorum, or the Deeds of the Franks and the Other
Pilgrims to Jerusalem, trans. Rosalind Hill, London, 1962, S.91
3- August C. Krey, The First Crusade: The Accounts of
Eye-Witnesses and Participants, Pinceton & London, 1921, S. 261
4- August C. Krey, The First Crusade: The Accounts of
Eye-Witnesses and Participants, Pinceton & London, 1921, S. 262
5- Karen Armstrong, Holy War, S. 185
6- 18.8.2000, Ha'aretz Zeitung; MiddleEast.Org, August 2000 |