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Unterdrückung der Gläubigen

Die Eigenschaften der Gläubigen bestehen aus zwei Gruppen:

Die erste Gruppe sind Eigenschaften wie Allah dienen, Opferbereitschaft und Bescheidenheit, die die Gläubigen selbst besitzen.

Die zweite Gruppe sind Eigenschaften, die sich der Kontrolle der Gläubigen entziehen. Beispielsweise, die Ungläubigen verspotten sie oder sie schmieden Ränke gegen sie. Solche Eigenschaften sind jedoch sehr wichtig, um die aufrichtigen Gläubigen erkennen zu können. Denn ein bemerkenswerter Teil der Eigenschaften, die zu den Gläubigen gehören, sind Eigenschaften, die nachgeahmt werden können. Beispielsweise, ein Heuchler kann ebenso das Gebet verrichten und Selbstlosigkeit an den Tag legen, wenn diese zu seinem eigenen Vorteil sind. Doch die Eigenschaften der zweiten Gruppe sollten nicht nachgeahmt werden können. Die Ungläubigen versuchen, auf Gläubige Druck auszuüben.

Aus diesem Grund sind diese Eigenschaften von großer Bedeutung, wenn wir die Gläubigen einschätzen. Um zu verstehen, ob eine Gesellschaft aus aufrichtigen Gläubigen besteht oder nicht, sollten wir diese Kriterien, welche uns durch den Quran als die unveränderlichen Gesetze Allahs mitgeteilt werden, in Betracht ziehen.

Wenn wir die Verleumdungen gegen die Muslime bewerten, sollten wir uns als Quelle an die Geschehnisse, die Muslimen schon früher zugestoßen sind, halten. Denn im Quran werden die Schwierigkeiten und Verleumdungen, mit denen Gläubige schon früher konfrontiert worden sind, sehr ausführlich erklärt:

Oder glaubt ihr etwa, in das Paradies einzutreten, ohne dass euch das gleiche traf wie die vor euch?... (Sure 2:214 - al-Baqara)

In den Versen des Quran, in welchen das Geschehen, das die Menschen früher schon betroffen hat, ausführlich erklärt wird, stoßen wir auf einen bemerkenswerten Punkt. Die Feinde der Propheten und Gläubigen sagen nicht: "Diese Menschen glauben an Allah, sie suchen nach Seinem Wohlgefallen" oder "Diese Menschen sind nicht unmoralisch wie wir, sie besitzen hohe moralische Eigenschaften." Im Gegenteil versuchen sie, die Gläubigen zu verleumden und sie machen ihnen die unglaublichsten Anklagen zum Vorwurf.

Sicherlich würden sie nicht wagen, folgendes zu sagen: "Wir sind rebellisch gegen Allah, wir beachten keine moralischen Grenze und wir wollen diese Menschen unterdrücken, die im Widerspruch zu unseren Vorteilen stehen." Es würde sehr unvernünftig sein, daran zu denken, dass diese Menschen Eingeständnisse machen wie: "Dies sind gewissenhafte Menschen, die Allahs Befehlen gehorchen, aber wir sind widerspenstig und wir freveln." Sie werden sich selbst als "gute und weise" Menschen präsentieren und versuchen, eine legale Grundlage für ihre Angriffe vorzubereiten, in denen sie die Gläubigen verleumden. In den Geschichten im Quran, in denen "die Geschehnisse, die die Gläubigen früher schon betroffen haben", erklärt werden, sehen wir, dass die Ungläubigen immer dieselbe Methode anwenden.

Beispielsweise, der Prophet Noah (a.s.) hat die Gemeinschaft, zu der er gesendet wurde, - wie alle Propheten - dazu eingeladen, nur Allah zu dienen. Ein System jedoch, das darauf gründen würde, nur Allah zu dienen, stand im Widerspruch zu den Vorteilen der Führer des Volkes Noahs, die aufgrund des ungläubigen Systems Macht und Status erworben hatten. Doch diese Führer haben nicht gesagt, dass das, wozu der Prophet Noah (a.s.) sie eingeladen hat, im Widerspruch zu ihren eigenen Vorteilen steht. Im Gegenteil haben sie den Propheten Noah (a.s.) beschuldigt, dass er seine eigenen Vorteile - Status und Prestige - verfolge. Die Verse geben uns diese Tatsache folgendermaßen bekannt:

Und Wir entsandten Noah zu seinem Volk, und er sprach: "O mein Volk, Dient Allah! Ihr habt keinen anderen Gott als Ihn. Wollt ihr (Ihn) denn nicht fürchten?" Doch die Anführer seines Volks, die nicht glaubten, sagten: "Dies ist ein Mensch wie ihr, der sich nur über euch erheben will..." ( Sure 23:23, 24 - al-Mu'minun)

Der Prophet Moses (a.s.) und der Prophet Aaron (a.s.) waren derselben Beschuldigung ausgesetzt. Pharao und sein enger Kreis haben ihnen folgendes gesagt:

Sie fragten: "Bist du zu uns gekommen, um uns von dem abwendig zu machen, was wir bei unseren Vätern vorfanden, damit ihr beide die Macht im Lande übernehmt? Wir glauben euch nicht!" (Sure 10:78 - Yunus)

Die Verleumdungen gegen die Gläubigen können noch größere Ausmaße erreichen. Im Laufe der Geschichte wurden Allahs Boten deswegen beschuldigt, die Gläubigen um sie herum zu bezaubern und zu täuschen:

Sie sagten: "Diese beiden sind bestimmt Zauberer. Sie wollen uns mit ihrer Zauberei gewiss aus unserem Land vertreiben und uns unserer Lebensweise berauben..." (Sure 20:63 - Ta Ha)

... so sagten die Ungläubigen: "Dies ist ein Zauberer, ein Lügner!" (Sure 38:4 - Sad)

Die Verleumder der Muslime versuchen, einen Muslim so darzustellen, als ob er dieselben Charaktereigenschaften wie die Ungläubigen besäße, indem sie z.B. zu einem gesegneten Menschen wie dem Propheten Noah (a.s.) "... Nein! Er ist nur ein frecher Lügner!" (Sure 54:25 - al-Qamar) sagten.

Eine andere Verleumdung, die sehr oft begangen wird, ist die Beschuldigung der aufrichtigen Gläubigen als Besessene. Dieser Vorwurf beweist einen vollständigen Mangel an Verständnis bei den Ungläubigen. Da den Ungläubigen der Begriff "Allahs Wohlgefallen erwerben" fremd ist, haben sie große Schwierigkeiten, die Gläubigen, die nur dieses Ziel haben, zu verstehen. Sie können nicht verstehen, warum die Gläubigen offensichtlich nicht auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und ihr ganzes Leben Allah widmen. Dies erscheint in deren Augen als ziellos. Ihrer Ansicht nach kann solch ein idealistisches Verhalten nichts anderes als eine Besessenheit sein. Im Laufe der Geschichte haben sie diese Verleumdung oftmals benutzt. Pharao sagte über den Propheten Moses (a.s.): "Dieser Gesandte, der zu euch geschickt wurde, ist gewiss besessen!" (Sure 26:27 - asch-Schu'ara') Auch als sein Volk den Propheten Noah (a.s.) leugnete, verleumdete es ihn als "ein Besessener!". (Sure 54:9 - al-Qamar).

Außerdem wurden die Gläubigen der Prostitution bezichtigt. Der Prophet Josef (a.s.) und Maria, die Allah aus den Frauen aller Welt erkoren hat, sind gesegnete Menschen, die mit diesen Vorwürfen konfrontiert waren. Außerdem haben die Ungläubigen in der Geschichte vielen Propheten zum Vorwurf gemacht, dass sie sich "in offenkundigem Irrtum" (Sure 7:60 - al-A'raf) befanden.

Sicherlich würde es falsch sein, anzunehmen, dass all diese Geschehnisse der Vergangenheit angehören. Der Quran informiert uns, dass andere Gläubige dieselben Erfahrungen durchleben können. Dementsprechend kann jeder Gläubige, der die wahre Religion verteidigt und auf diese Weise die antireligiösen Kreise stört, mit denselben Vorwürfen und Verleumdungen rechnen.

Wir sollten immer in Betracht ziehen, dass das was die Ungläubigen über die Muslime verbreiten, Teil einer solchen Verleumdungskampagne sein kann. Wie Allah uns durch den Vers mitteilt, sollen die Nachrichten, welche die Unzuverlässigen bringen, nicht beachtet werden, ohne ausführlich nachzuforschen. Der Vers zu diesem Thema lautet:

O ihr, die ihr glaubt! Wenn ein Unzuverlässiger mit einer (verleumderischen) Nachricht zu euch kommt, so klärt die Sache auf, damit ihr niemand unabsichtlich verletzt und euer Verhalten hernach bereuen müsst. (Sure 49:6 - al-Hudschurat)

Suleyman Yusuf

 


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