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1
Alif-Lam-Ra. Dies sind die Zeichen des deutlichen Buches.
2 Wir haben es als einen arabischen Qur'an hinabgesandt, auf
dass ihr begreifen möget.
3 Wir berichten dir die schönsten Geschichten dadurch, dass
Wir dir diesen Qur'an (als Offenbarung) eingegeben haben,
obgleich du zuvor wahrlich zu den Unachtsamen gehörtest.
4 Als Yusuf zu seinem Vater sagte: "O mein Vater, ich sah
elf Sterne und die Sonne und den Mond, ich sah sie sich vor
mir niederwerfen."
5 Er sagt: "O mein lieber Sohn, erzähle dein (Traum)gesicht
nicht deinen Brüdern, sonst werden sie eine List gegen dich
schmieden. Gewiss, der Satan ist dem Menschen ein deutlicher
Feind.
6 Und so wird dein Herr dich erwählen und dich etwas von der
Deutung der Geschichten lehren und Seine Gunst an dir und an
der Sippe Ya'qubs vollenden, wie Er sie zuvor an deinen
beiden Vätern Ibrahim und lshaq vollendet hat. Gewiss, dein
Herr ist Allwissend und Allweise."
7 Wahrlich, in Yusuf und seinen Brüdern sind Zeichen für
diejenigen, die (nach der Wahrheit) fragen.
8 Als sie sagten: "Wahrlich, Yusuf und sein Bruder sind
unserem Vater lieber als wir, obwohl wir eine (ansehnliche)
Schar sind. Unser Vater befindet sich fürwahr in deutlichem
Irrtum.
9 Tötet Yusuf oder werft ihn ins Land hinaus, so wird das
Gesicht eures Vaters sich nur noch euch zuwenden, und danach
werdet ihr rechtschaffene Leute sein."
10 Einer von ihnen sagte: "Tötet Yusuf nicht, sondern werft
ihn in die verborgene Tiefe des Brunnenlochs, so werden ihn
schon einige der Reisenden auflesen, wenn ihr doch etwas tun
wollt."
11 Sie sagten: "O unser Vater, warum vertraust du uns Yusuf
nicht an? Wir werden ihm wahrlich aufrichtig zugetan sein.
12 Sende ihn morgen mit uns, dass er Spaß und Spiel finde;
wir werden ihn fürwahr behüten."
13 Er sagte: "Es macht mich fürwahr traurig, dass ihr ihn
mitnehmt. Und ich fürchte, dass ihn der Wolf frißt, während
ihr seiner unachtsam seid."
14 Sie sagten: "Wenn ihn der Wolf fressen sollte, wo wir
doch eine (ansehnliche) Schar sind, dann wären wir fürwahr
Verlierer."
15 Als sie ihn mitnahmen und sich geeinigt hatten, ihn in
die verborgene Tiefe des Brunnenlochs zu stecken, gaben Wir
ihm ein: "Du wirst ihnen ganz Gewiss noch diese ihre Tat
kundtun, ohne dass sie merken."
16 Und am Abend kamen sie weinend zu ihrem Vater.
17 Sie sagten: "O unser Vater, wir gingen, um einen Wettlauf
zu machen, und ließen Yusuf bei unseren Sachen zurück. Da
fraß ihn der Wolf. Aber du glaubst uns wohl nicht, auch wenn
wir die Wahrheit sagen."
18 Sie brachten falsches Blut auf seinem Hemd. Er sagte:
"Nein! Vielmehr habt ihr selbst euch etwas eingeredet. (So
gilt es,) schöne Geduld (zu üben). Allah ist Derjenige, bei
Dem Hilfe zu suchen ist gegen das, was ihr beschreibt."
19 Reisende kamen vorbei. Sie sandten ihren Wasserschöpfer,
und er ließ seinen Eimer hinunter. Er sagte: "O frohe
Botschaft! Da ist ein Junge." Sie verbargen ihn als Ware.
Und Allah wusste wohl, was sie taten.
20 Und sie verkauften ihn für einen zu niedrigen Preis,
einige gezählte Dirhams. Und sie übten Verzicht in Bezug auf
ihn.
21 Und derjenige aus Ägypten, der ihn gekauft hatte, sagte
zu seiner Frau: "Bereite ihm einen gastfreundlichen
Aufenthalt. Vielleicht wird er uns nützlich sein, oder
nehmen wir ihn als Kind an." So verliehen Wir Yusuf eine
feste Stellung im Land. Und Wir wollten ihn etwas von der
Deutung der Geschichten lehren. Und Allah ist in Seiner
Angelegenheit überlegen. Aber die meisten Menschen wissen
nicht.
22 Als er seine Vollreife erlangt hatte, gaben Wir ihm
Urteil(skraft) und Wissen. So vergelten Wir den Gutes
Tuenden.
23 Und diejenige, in deren Haus er war, versuchte, ihn zu
verführen'. Sie schloß die Türen ab und sagte: "Da bin ich
für dich!" Er sagte: "Allah schütze mich (davor)! Er, mein
Herr, hat mir einen schönen Aufenthalt bereitet. Gewiss, den
Ungerechten wird es nicht wohl ergehen."
24 Es verlangte sie nach ihm, und es hätte ihn nach ihr
verlangt, wenn er nicht den Beweis seines Herrn gesehen
hätte. Dies (geschah), damit Wir das Böse und das
Schändliche von ihm abwendeten. Er gehört ja zu Unseren
auserlesenen Dienern.
25 Sie versuchten beide als erster zur Tür zu gelangen. Sie
zerriß ihm von hinten das Hemd. Und sie fanden ihren Herrn
bei der Tür vor. Sie sagte: "Der Lohn dessen, der deiner
Familie Böses (antun) wollte, ist nur, dass er ins Gefängnis
gesteckt wird, oder schmerzhafte Strafe."
26 Er sagte: "Sie war es, die versucht hat, mich zu
verführen." Und ein Zeuge aus ihrer Familie bezeugte: "Wenn
sein Hemd vorn zerrissen ist, dann hat sie die Wahrheit
gesprochen, und er gehört zu den Lügnern.
27 Wenn sein Hemd aber hinten zerrissen ist, dann hat sie
gelogen, und er gehört zu den Wahrhaftigen."
28 Als er nun sah, dass sein Hemd hinten zerrissen war, sagte
er: "Das gehört zu euren Listen. Eure List ist gewaltig.
29 Yusuf, lasse davon ab! Und (du, jene,) bitte um Vergebung
für deine Sünde! Du gehörst ja zu denjenigen, die
Verfehlungen begangen haben."
30 (Einige) Frauen in der Stadt sagten: "Die Frau des hohen
Herrn versucht, ihren Burschen zu verführen. Er hat sie in
leidenschaftliche Liebe versetzt. Wir sehen wahrlich, sie
befindet sich in deutlichem Irrtum."
31 Als sie nun von ihren Ränken hörte, sandte sie zu ihnen
und bereitete ihnen ein Gastmahl'. Sie gab einer jeden von
ihnen ein Messer und sagte (zu Yusuf): "Komm zu ihnen
heraus." Als sie ihn sahen, fanden sie ihn groß(artig), und
sie zerschnitten sich ihre Hände und sagten: "Allah behüte!
Das ist kein Mensch, das ist nur ein ehrenvoller Engel."
32 Sie sagte: "Seht, das ist der, dessentwegen ihr mich
getadelt habt. Ich habe allerdings versucht, ihn zu
verführen, doch er widerstand. Und wenn er nicht tut, was
ich ihm befehle, wird er ganz Gewiss ins Gefängnis gesteckt
werden, und er wird Gewiss zu den Geringgeachteten gehören."
33 Er sagte: "Mein Herr, das Gefängnis ist mir lieber als
das, wozu sie mich auffordern. Und wenn Du ihre List von mir
nicht abwendest, werde ich mich zu ihnen hingezogen fühlen
und zu den Toren gehören."
34 Da erhörte ihn sein Herr und wendete ihre List von ihm
ab. Er ist ja der Allhörende und Allwissende.
35 Hierauf schien es ihnen angebracht, nachdem sie die
Zeichen (seiner Unschuld) gesehen hatten, ihn für eine
gewisse Zeit ins Gefängnis zu stecken.
36 Mit ihm kamen zwei Burschen ins Gefängnis. Der eine von
ihnen sagte: "Ich sah mich Wein auspressen." Der andere
sagte: "Ich sah mich auf dem Kopf Brot tragen, von dem die
Vögel fraßen. Tue uns die Deutung hiervon kund. Wir sehen,
dass du zu den Gutes Tuenden gehörst."
37 Er sagte: "Es wird euch kein Essen gebracht, mit dem ihr
versorgt werdet, ohne dass ich euch die Deutung davon
kundgetan habe, bevor es euch gebracht wird. Seht, das ist
etwas von dem, was mich mein Herr gelehrt hat. Verlassen
habe ich das Glaubensbekenntnis von Leuten, die nicht an
Allah glauben, und (verlassen habe, ich) sie, die sie das
Jenseits verleugnen,
38 und ich bin dem Glaubensbekenntnis meiner Väter Ibrahim,
Ishaq und Ya'qub gefolgt. Es steht uns nicht zu, Allah etwas
beizugesellen. Das ist etwas von Allahs Huld gegen uns und
gegen die Menschen. Aber die meisten Menschen sind nicht
dankbar.
39 O meine beiden Gefängnisgefährten! Sind verschiedene
Herren besser oder Allah, der Eine, der Allbezwinger?
40 Ihr dient außer Ihm nur Namen, die ihr genannt habt, ihr
und eure Väter, für die Allah (jedoch) keine Ermächtigung
herabgesandt hat. Das Urteil ist allein Allahs. Er hat
befohlen, dass ihr nur Ihm dienen sollt. Das ist die richtige
Religion. Aber die meisten Menschen wissen nicht.
41 O meine beiden Gefangnisgefährten! Was den einen von euch
angeht, so wird er seinem Herrn Wein zu trinken geben. Was
aber den anderen angeht, so wird er gekreuzigt, und die
Vögel werden von seinem Kopf fressen. Entschieden ist die
Angelegenheit, über die ihr um Auskunft fragt."
42 Und er sagte zu dem von beiden, von dem er glaubte, dass
er entkommen werde: "Erwähne mich bei deinem Herrn." Aber
der Satan ließ ihn vergessen, ihn bei seinem Herrn zu
erwähnen, (und) so blieb er noch einige Jahre im Gefängnis.
43 Und der König sagte: "Ich sah sieben fette Kühe, die von
sieben mageren gefressen wurden, und sieben grüne Ähren und
(sieben) andere dürre. O ihr führende Schar, gebt mir
Auskunft über mein (Traum)gesicht, wenn ihr ein
(Traum)gesicht auslegen könnt."
44 Sie sagten: "(Das ist) ein Bündel von wirren Träumen. Wir
wissen über die Deutung der Träume nicht Bescheid."
45 Derjenige von beiden, der entkommen war und sich nach
einiger Zeit erinnerte, sagte: "Ich werde euch seine Deutung
kundtun. Darum entsendet mich."
46 "Yusuf, du Wahrhaftiger, gib uns Auskunft über sieben
fette Kühe, die von sieben mageren gefressen werden, und
über sieben grüne Ähren und (sieben) andere dürre, auf dass
ich zu den Leuten zurückkehre, auf dass sie wissen mögen."
47 Er sagte: "Ihr werdet unablässig sieben Jahre wie gewohnt
säen. Was ihr erntet, das lasst in seinen Ähren, bis auf ein
weniges, wovon ihr esst.
48 Hierauf werden nach alledem sieben harte (Jahre) kommen,
die das aufzehren werden, was ihr für sie vorbereitet habt,
bis auf ein weniges von dem, was ihr aufbewahrt.
49 Hierauf wird nach alledem ein Jahr kommen, in dem die
Menschen Regen haben und in dem sie (Früchte) auspressen
werden."
50 Der König sagte: "Bringt ihn zu mir." Als der Bote zu ihm
kam, sagte er: "Kehr zu deinem Herrn zurück und frag ihn,
wie es mit den Frauen steht, die sich ihre Hände
zerschnitten. Mein Herr weiß doch über ihre List Bescheid."
51 Er sagte: "Was war da mit euch, als ihr versuchtet, Yusuf
zu verführen?" Sie sagten: "Allah behüte! Wir wissen nichts
Böses gegen ihn (anzugeben)." Die Frau des hohen Herrn
sagte: "Jetzt ist die Wahrheil ans Licht gekommen. Ich habe
versucht, ihn zu verführen. Und er gehört fürwahr zu den
Wahrhaftigen.
52 Dies ist, damit er weiß, dass ich ihn nicht in seiner
Abwesenheit verraten habe und dass Allah die List der
Verräter nicht gelingen lässt.
53 Und ich spreche mich nicht selbst frei. Die Seele
gebietet fürwahr mit Nachdruck das Böse, außer dass mein Herr
Sich erbarmt. Mein Herr ist Allvergebend und Barmherzig."
54 Und der König sagte: "Bringt ihn zu mir. Ich will ihn mir
selbst vorbehalten." Als er mit ihm sprach, sagte er: "Du
bist (von) heute (an) bei uns in fester Stellung und
vertrauenswürdig."
55 Er sagte: "Setze mich über die Vorratskammern des Landes
ein; ich bin ein kenntnisreicher Hüter."
56 So verliehen Wir Yusuf eine feste Stellung im Land, so
dass er sich darin aufhalten konnte, wo immer er wollte. Wir
treffen mit Unserer Barmherzigkeit, wen Wir wollen, und Wir
lassen den Lohn der Gutes Tuenden nicht verlorengehen.
57 Aber der Lohn des Jenseits ist wahrlich besser für
diejenigen, die glauben und gottesfürchtig sind.
58 Und da kamen Yusufs Brüder und traten bei ihm ein. Er
erkannte sie, während sie ihn nicht erkannten.
59 Als er sie nun mit ihrem Bedarf ausgestattet hatte, sagte
er: "Bringt mir einen (Halb)bruder von euch
väterlicherseits. Seht ihr denn nicht, dass ich volles Maß
gebe und dass ich der beste Obdachgeber bin?
60 Wenn ihr ihn mir nicht bringt, so bekommt ihr bei mir
kein Maß mehr, und ihr sollt nicht in meine Nähe kommen."
61 Sie sagten: "Wir werden versuchen, seinen Vater in Bezug
auf ihn zu bewegen, und wir werden es bestimmt tun."
62 Und er sagte zu seinen Burschen: "Steckt ihre
(Tausch)ware (zurück) in ihr Gepäck, so dass sie sie
(wieder)erkennen, wenn sie zu ihren Angehörigen
zurückgekehrt sind, auf dass sie wiederkommen mögen."
63 Als sie zu ihrem Vater zurückkamen, sagten sie: "O unser
Vater, ein (weiteres) Maß ist uns verweigert worden. Darum
lasse unseren Bruder mit uns gehen, so bekommen wir ein
(weiteres) Maß zugeteilt; wir werden ihn fürwahr behüten."
64 Er sagte: "Kann ich ihn euch etwa anders anvertrauen, als
ich euch zuvor seinen Bruder anvertraut habe? Allah ist
besser als Behütender, und Er ist der Barmherzigste der
Barmherzigen."
65 Und als sie ihre Sachen öffneten, fanden sie, dass ihre
Ware ihnen zurückgegeben worden war. Sie sagten: "O unser
Vater, was begehren wir (mehr)? Das ist unsere Ware, sie ist
uns zurückgegeben worden. Wir werden Vorrat für unsere
Angehörigen bringen, unseren Bruder behüten und das Maß (der
Last) eines Kamels mehr haben. Das ist ein
leicht(erhältlich)es Maß."
66 Er sagte: "Ich werde ihn nicht mit euch senden, bis ihr
mir ein verbindliches Versprechen vor Allah gebt, dass ihr
ihn mir ganz Gewiss wiederbringt, es sei denn, ihr werdet
umringt." Als sie ihm ihr verbindliches Versprechen gegeben
hatten, sagte er: "Allah ist Sachwalter über das, was wir
(hier) sagen."
67 Und er sagte: "O meine Kinder, geht nicht (alle) durch
ein einziges Tor hinein, sondern geht durch verschiedene
Tore hinein. Ich kann euch gegen Allah nichts nützen. Das
Urteil ist allein Allahs. Auf Ihn verlasse ich mich; und auf
Ihn sollen sich diejenigen verlassen, die sich (überhaupt
auf jemanden) verlassen (wollen)."
68 Als sie hineingingen, wie ihr Vater ihnen befohlen hatte,
konnte es ihnen vor Allah nichts nützen. (Es war) nur ein
Bedürfnis in der Seele Ya'qubs, das er (damit) erfüllte. Und
er besaß fürwahr Wissen, weil Wir es ihn gelehrt hatten.
Aber die meisten Menschen wissen nicht.
69 Als sie bei Yusuf eintraten, zog er seinen Bruder zu
sich. Er sagte: "Gewiss, ich bin dein Bruder. So sei nicht
bekümmert wegen dessen, was sie getan haben."
70 Als er sie nun mit ihrem Bedarf ausgestattet hatte,
steckte er das Trinkgefäß in das Gepäck seines Bruders.
Hierauf rief ein Rufer aus: "Ihr (da, von der) Karawane, ihr
seid fürwahr Diebe."
71 Sie sagten, indem sie sich ihnen zuwandten: "Was vermißt
ihr?"
72 Sie sagten: "Wir vermissen den Kelch des Königs. Wer ihn
wiederbringt, erhält die Last eines Kamels, und dafür bin
ich Bürge."
73 Sie sagten: "Bei Allah, ihr wisst doch, wir sind nicht
gekommen, um im Land Unheil zu stiften, und wir sind keine
Diebe."
74 Sie sagten: "Was soll dann die Vergeltung dafür sein,
wenn ihr Lügner seid?"
75 Sie (die Brüder) sagten: "Die Vergeltung dafür soll sein,
dass derjenige, in dessen Gepäck er gefunden wird, selbst das
Entgelt dafür sein soll. So vergelten wir den Ungerechten."
76 Er begann (zu suchen) in ihren Behältern vor dem Behälter
seines Bruders. Hierauf holte er es aus dem Behälter seines
Bruders hervor. So führten Wir für Yusuf eine List aus. Nach
dem Gesetz des Königs hätte es ihm nicht zugestanden, seinen
Bruder (als Sklaven) zu nehmen, außer dass Allah es wollte.
Wir erhöhen, wen Wir wollen, um Rangstufen. Und über jedem,
der Wissen besitzt, steht einer, der (noch mehr) weiß.
77 Sie sagten: "Wenn er stiehlt, so hat ein Bruder von ihm
schon zuvor gestohlen." Aber Yusuf hielt es in seinem
Innersten geheim und legte es ihnen nicht offen. Er sagte:
"Ihr befindet euch in einer (noch) schlechteren Lage. Und
Allah weiß sehr wohl, was ihr beschreibt."
78 Sie sagten: "O hoher Herr, er hat einen Vater, einen
hochbetagten Greis. So nimm einen von uns an seiner Stelle.
Wir sehen, dass du zu den Gutes Tuenden gehörst."
79 Er sagte: "Allah schütze uns (davor), dass wir einen
anderen nehmen als denjenigen, bei dem wir unsere Sachen
gefunden haben! Wir würden sonst wahrlich zu den Ungerechten
gehören."
80 Als sie die Hoffnung an ihm aufgegeben hatten, zogen sie
sich zurück zu einem vertraulichen Gespräch. Der Älteste von
ihnen sagte: "wisst ihr (denn) nicht, dass euer Vater von euch
ein verbindliches Versprechen vor Allah entgegengenommen hat
und dass ihr zuvor (eure Pflicht) gegenüber Yusuf
vernachlässigt habt? Ich werde das Land nicht verlassen, bis
mein Vater es mir erlaubt oder Allah ein Urteil für mich
fällt. Er ist der Beste derer, die Urteile fällen.
81 Kehrt zu eurem Vater zurück und sagt: ,O unser Vater,
dein Sohn hat gestohlen, und wir bezeugen nur das, was wir
wissen, und wir sind nicht Hüter über das Verborgene.
82 Frag die Stadt, in der wir waren, und die Karawane, mit
der wir angekommen sind. Wir sagen Gewiss die Wahrheit'."
83 Er sagte: "Nein! Vielmehr habt ihr selbst euch etwas
eingeredet. (Es gilt) schöne Geduld (zu üben). Aber
vielleicht wird Allah sie mir alle wiederbringen. Er ist ja
der Allwissende und Allweise."
84 Und er kehrte sich von ihnen ab und sagte: "O mein Kummer
um Yusuf!" Und seine Augen wurden weiß vor Trauer, und so
hielt er (seinen Kummer) zurück.
85 Sie sagten: "Bei Allah, du hörst nicht auf, Yusufs zu
gedenken, bis du hinfällig geworden bist oder zu denen
gehörst, die umkommen."
86 Er sagte: "Ich klage meinen unerträglichen Kummer und
meine Trauer nur Allah (allein), und ich weiß von Allah her,
was ihr nicht wisst.
87 O meine Kinder, geht und erkundigt euch über Yusuf und
seinen Bruder. Und gebt nicht die Hoffnung auf das Erbarmen
Allahs auf. Es gibt die Hoffnung auf das Erbarmen Allahs nur
das ungläubige Volk auf."
88 Als sie (wieder) bei ihm eintraten, sagten sie: "O hoher
Herr, Unheil ist uns und unseren Angehörigen widerfahren.
Und wir haben (nur) Ware von geringem Wert gebracht. So gib
uns (dennoch) volles Maß und gib (es) uns als Almosen. Allah
vergilt denjenigen, die Almosen geben."
89 Er sagte: "wisst ihr (noch), was ihr Yusuf und seinem
Bruder damals in eurer Torheit antatet?"
90 Sie sagten: "Bist du denn wirklich Yusuf?" Er sagte: "Ich
bin Yusuf, und das ist mein Bruder. Allah hat uns eine
Wohltat erwiesen. Gewiss, wer gottesfürchtig und standhaft
ist -- Gewiss, Allah lässt den Lohn der Gutes Tuenden nicht
verlorenge hen."
91 Sie sagten: "Bei Allah, Allah hat dich uns vorgezogen.
Und wir haben wahrlich Verfehlungen begangen."
92 Er sagte: "Keine Schelte soll heute über euch kommen.
Allah vergibt euch, Er ist ja der Barmherzigste der
Barmherzigen.
93 Geht mit diesem meinem Hemd und legt es auf das Gesicht
meines Vaters, so wird er sein Augenlicht (wieder)erlangen.
Und bringt eure Angehörigen allesamt zu mir."
94 Als nun die Karawane aufgebrochen war, sagte ihr Vater:
"Wahrlich, ich nehme Yusufs Geruch war. Wenn ihr mich nur
nicht bezichtigen würdet, Unsinn zu reden!"
95 Sie sagten: "Bei Allah, du befindest dich fürwahr in
deinem alten Irrtum."
96 Als nun der Frohbote kam, legte er es auf sein Gesicht,
und da hatte er sein Augenlicht wiedererlangt. Er sagte:
"Habe ich euch nicht gesagt, dass ich von Allah her weiß, was
ihr nicht wisst?"
97 Sie sagten: "O unser Vater, bitte für uns um Vergebung
unserer Sünden, denn wir haben Gewiss Verfehlungen begangen."
98 Er sagte: "Ich werde meinen Herrn um Vergebung für euch
bitten. Er ist ja der Allvergebende und Barmherzige."
99 Als sie nun bei Yusuf eintraten, zog er seine Eltern an
sich und sagte: "Betretet Ägypten, wenn Allah will, in
Sicherheit."
100 Und er hob seine Eltern auf den Thron empor. Und sie
fielen vor ihm ehrerbietig nieder. Er sagte: "O mein lieber
Vater, das ist die Deutung meines (Traum)gesichts von zuvor.
Mein Herr hat es wahrgemacht. Und Er hat mir Gutes erwiesen,
als Er mich aus dem Gefängnis herauskommen ließ und euch aus
dem nomadischen Leben hierherbrachte, nachdem der Satan
zwischen mir und meinen Brüdern (zu Zwietracht)
aufgestachelt hatte. Gewiss, mein Herr ist feinfühlig (in der
Durchführung dessen), was Er will. Er ist ja der Allwissende
und Allweise.
101 Mein Herr, Du hast mir etwas von der Herrschaft gegeben
und mich etwas von der Deutung der Sprüche gelehrt. (O Du)
Erschaffer der Himmel und der Erde, Du bist mein Schutzherr
im Diesseits und Jenseits. Berufe mich als (Dir) ergeben ab
und nimm mich unter die Rechtschaffenen auf."
102 Dies gehört zu den Nachrichten vom Verborgenen, das Wir
dir (als Offenbarung) eingeben. Denn du warst nicht bei
ihnen, als sie sich einigten, indem sie Ränke schmiedeten.
103 Aber die meisten Menschen werden, auch wenn du noch so
sehr (danach) trachtest, nicht gläubig sein.
104 Und du verlangst von ihnen keinen Lohn dafür. Es ist nur
eine Ermahnung für die Weltenbewohner.
105 Wie viele Zeichen gibt es in den Himmeln und auf der
Erde, an denen sie vorbeigehen, wobei sie sie unbeachtet
lassen!
106 Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allah, ohne
(Ihm andere) beizugesellen.
107 Glauben sie denn, sicher zu sein davor, dass eine
überdeckende Strafe von Allah über sie kommt oder dass
plötzlich die Stunde über sie kommt, ohne dass sie merken?
108 Sag: Das ist mein Weg: Ich rufe zu Allah aufgrund eines
sichtbaren Hinweises, ich und diejenigen, die mir folgen.
Preis sei Allah! Und ich gehöre nicht zu den Götzendienern.
109 Und Wir haben vor dir nur Männer gesandt von den
Bewohnern der Städte, denen Wir (Offenbarungen) eingaben.
Sind sie denn nicht auf der Erde umhergereist, so dass sie
schauen (konnten), wie das Ende derjenigen war, die vor
ihnen waren? Die Wohnstätte des Jenseits ist wahrlich besser
für diejenigen, die gottesfürchtig sind. Begreift ihr denn
nicht?
110 Erst dann, als die Gesandten die Hoffnung aufgegeben
hatten und sie meinten, dass sie belogen worden seien, kam
Unsere Hilfe zu ihnen. Und so wird errettet, wen Wir wollen.
Aber vom übeltätigen Volk wird Unsere Gewalt nicht
abgewandt.
111 In ihren Geschichten ist wahrlich eine Lehre für
diejenigen, die Verstand besitzen. Es ist keine Aussage, die
ersonnen wird, sondern die Bestätigung dessen, was vor ihm
war, und die ausführliche Darlegung aller Dinge und eine
Rechtleitung und Barmherzigkeit für Leute, die glauben. |