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Erläuterung (Tafsir) der
Sure 114: An-Nâs (Die Menschen)
Von Jusuf Ali, Darjabadi
Einführung zu Suura 114
Diese frühe makkanische Suura ist eine Ergänzung zur vorausgehenden
und beschließt den Qur’an mit der Aufforderung an uns, unsere
Vertrauen in Allah, nicht in andere Menschen oder Geschöpfe zu
setzen, denn Er allein ist unser sicherer Beschützer und Bewahrer.
Sie warnt uns insbesondere vor den bösen Einflüsterungen in unsere
Herzen. (Juusuf `Allii)
Die Menschen
Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen.
1. Sprich: Ich suche Zuflucht beim Herrn der Menschen,1
1.
Die vorangehende Suura wies auf die Notwendigkeit hin, Zuflucht bei
Allah zu suchen vor äußeren Gefahrenquellen, die den einzelnen
bedrohen mögen. Hier wird die Notwendigkeit des Schutzes vor inneren
Gefahren betont, wobei die Menschheit als Ganzes genommen wird (Juusuf
`Allii)
2. Dem König der Menschen,2
2.
Die Verbindung zwischen Mensch und Allah ist unter dreierlei
Aspekten zu sehen.
1. Allah ist sein Herr, sein Schöpfer und Erhalter, Allah versorgt
und behütet ihn; Er gibt ihm alles mit, was er zu seinem
Heranwachsen und seiner Entwicklung benötigt, ebenso wie zu seinem
Schutz vor allem Bösen.
2. Allah ist sein König und Herrscher in weit umfassenderem Sinn als
jeder irdische König. Allah hat die Macht, den Menschen in seinem
Verhalten zu lenken und ihn auf Wege zu leiten, die zu seinem Besten
sind; und Er hat ihm Gebote mit auf den Weg gegeben.
3. Es ist Allah, zu dem die Menschen dereinst zurückkehren, um
Rechenschaft abzulegen für ihre Taten in diesem Leben (2:156). Gott
wird der Richter sein. (Juusuf `Allii)
3. Dem Gott der Menschen,3
3.
Allah ist es, Den wir im Jenseits anstreben müssen, und Er ist das
einzige Wesen, das Anrecht auf die Anbetung des Menschen, zu welcher
Zeit auch immer, hat. Unter all diesen Aspekten betrachtet sollte
der Mensch erkennen, dass er einzig und allein Allahs Schutz vor
allem Übel erflehen darf. (Juusuf `Allii)
4. Vor dem Übel des sich (immer wieder) zurückziehenden
Einflüsterers,4
4.
Das Böse schleicht sich auf allen nur erdenklichen Wegen an den
Menschen heran, um seine Willensstärke zu unterhöhlen, die ihm von
Allah verliehen worden ist. Die Macht des Bösen kann Schaytaan sein
oder seine üblen Spießgesellen, oder böse Menschen, oder aber die
bösen Neigungen des Menschen selbst - sie sind die Bösen unter den
Menschen und den Dschinn, die sich gegenseitig mit blumenreicher
Sprache dazu ermutigen, den Menschen durch ihre Verführungskünste
zum Schlechten anzustiften. Sie flüstern heimlich Schlechtes ein und
ziehen sich dann zurück, um ihre Netze so nur umso enger zu ziehen.
(Juusuf `Allii)
5. Der einflüstert in die Herzen der Menschen,5
5.
Sie flüstern den Menschen die abscheulichsten, verführerischsten
Vorschläge in die Herzen. (Darjabaadi)
6. Unter den Dschinn und Menschen.6
6.
Hieraus ersehen wir, aus welchen Quellen die üblen Einflüsterungen
stammen; sie mögen von Menschen kommen, die wir sehen können, oder
von bösen Geistern, die von innen her auf unser Verderben hinwirken.
Solange wir uns jedoch unter Allahs Schutz stellen und unser
Vertrauen in Ihn setzen, kann das Böse sich nicht wirklich unserer
bemächtigen. (Juusuf `Allii) |